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Zuletzt auch noch Türkisch

Sprache ist Werkzeug, Sprache ist Kultur. In erster Linie ist Sprache aber ein Verständigungsmittel und Voraussetzung für ein Zusammenleben in einer Gesellschaft. Die Forderung des türkischen Ministerpräsidenten Erdoğan an die Kinder seiner Landsleute in Deutschland, sie sollten zuerst Türkisch und dann auch Deutsch lernen, ist eine schlichte Verkennung der Situation an vielen deutschsprachigen Schulen. Hier verhindern Sprachbarrieren eine Chancengleichheit türkischer Zuwanderer. Erdoğan agiert im Sinne vieler türkischer Familien gegen eine kulturelle Assimilierung. Ohne die Bedeutung von Kultur zu leugnen, muss doch die Frage erlaubt sein: Wie schwach muss das kulturelle Selbstverständnis einer Nation sein, wenn sie die notwendige Verständigung bewusst hintanstellt?

 

wolfgang.boehm@diepresse.com

("Die Presse", Print-Ausgabe, 01.03.2011)