Dieser Browser wird nicht mehr unterstützt

Bitte wechseln Sie zu einem unterstützten Browser wie Chrome, Firefox, Safari oder Edge.

Schnellauswahl

Angst vor einer US-Schuldenkrise nimmt zu

(c) REUTERS (JIM YOUNG)
  • Drucken

Der weltgrößte Anleihenfonds Pimco verkauft seinen gesamten Bestand an US-Anleihen. HDie US-Notenbank Fed kauft derzeit in großem Stil Anleihen auf, um den Finanzmarkt zu stützen.

Wien/New York/Reuters. Die Investoren gehen zunehmend von einer Schuldenkrise in den USA aus: Der weltgrößte Anleihenfonds, die Allianz-Tochter Pimco, hat sich jedenfalls von sämtlichen US-Schuldpapieren getrennt. Der Schritt sei bereits mit Ende Februar vollzogen worden, teilte das Unternehmen am Mittwoch mit.

Bereits im Dezember reduzierte der Pimco Total Return Fund, der alleine knapp 240 Mrd. Dollar (173 Mrd. Euro) verwaltet, den Anteil an US-Papieren von 30 auf 22Prozent. Ende Jänner war der Fonds noch mit zwölf Prozent seines Anlagevermögens in US-Anleihen investiert.

Hintergrund ist die Angst vor einem Kursverfall der US-Schuldtitel: Die US-Notenbank Fed kauft derzeit in großem Stil Anleihen auf, um den Finanzmarkt zu stützen. Das Programm soll Mitte des Jahres auslaufen, das könnte die Papiere in den Keller drücken. Bill Gross, Manager des Pimco Total Return Fund, hat jüngst infrage gestellt, wer dann noch US-Staatsanleihen kaufen soll. Er geht davon aus, dass US-Anleihen weiter rapide an Wert verlieren, obwohl sie bereits einen Kurssturz hinter sich haben.

 

US-Schulden bedrohlich hoch

Die Entscheidung von Pimco rückt die US-Schulden in ein neues Licht. Die Neuverschuldung der USA liegt bei bereits zehn Prozent der Wirtschaftsleistung. Aber nicht nur der Bund kämpft mit seiner hohen Schuldenlast, auch um die Finanzlage vieler Bundesstaaten ist es schlecht bestellt. Es wird bereits spekuliert, die Ratingagenturen könnten den USA ihr TripleA entziehen. Die Republikaner hatten sich zuletzt geweigert, die Schuldenobergrenze der USA von 14,3 Billionen Dollar zu erhöhen. Mit seinem Sparprogramm will Präsident Barack Obama in den kommenden zehn Jahren 1,1 Billionen Dollar einsparen.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 11.03.2011)