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Einigung: "Töchter" kommen in die Bundeshymne

Bundeshymne(c) APA (Guenter R. Artinger)
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Die Frauensprecherinnen von SPÖ, ÖVP und Grünen verkünden eine Einigung im Streit um die Bundeshymne. Die Änderung soll Anfang 2012 in Kraft treten.

Der Text der österreichischen Bundeshymne wird geändert. Neben den "großen Söhnen" werden künftig auch die "Töchter" besungen. Darauf haben sich SPÖ, ÖVP und Grüne geeinigt, wie deren Frauensprecherinnen Gisela Wurm, Dorothea Schittenhelm und Judith Schwentner am Mittwoch verkündeten. Auch das BZÖ zeigt sich gegenüber einer Änderung aufgeschlossen.

Der Antrag auf Änderung wird am 21. September in Erster Lesung im Plenum des Nationalrats behandelt und am 6. Oktober im Verfassungsausschuss. Geplant ist ein Expertenhearing, um eine zur Melodie passende Textänderung zu finden. Offiziell gesungen werden soll die geschlechtergerechte Hymne ab 1. Jänner 2012.

Genauer Wortlaut noch nicht fix

Wie die Textänderung genau aussehen wird, ist noch nicht fix. Das soll mit Experten beraten werden. Derzeit ist im Gespräch, die Zeile "Heimat bist du großer Söhne" durch die Wortfolge "Heimat großer Töchter, Söhne" zu ersetzen. Laut Schittenhelm könnte es aber auch beispielsweise "Heimat bist du großer Töchter und großer Söhne" heißen.

In der ÖVP hatte es zuletzt Streit um das Thema gegeben: Die frühere VP-Frauenministerin Maria Rauch-Kallat wollte in ihrer Abschiedsrede im Nationalrat am Freitag den gemeinsam mit SPÖ- und Grünen-Frauen ausgearbeiteten Antrag auf Änderung der Hymne vortragen. Daran wurde sie aber durch Endlos-Reden eigener männlicher "Parteifreunde" gehindert. Der Antrag musste daraufhin schriftlich eingebracht.

Änderung "längst überfällig"

VP-Frauensprecherin Schittenhelm bezeichnete diese "Reibereien" am Mittwoch als ausgeräumt. Sowohl der Klubchef als auch der Parteichef stünden hinter der Textänderung. Die Aufnahme der Töchter in die Hymne sei "selbstverständlich" und längst überfällig", so Schitenhelm.

Kritik, dass die Änderung der Bundeshymne kein wichtiges Thema sei, wiesen die Frauensprecherinnen von SPÖ, ÖVP und Grünen zurück. Genau das Gegenteil sei der Fall. Sowohl die Grüne Schwentner als auch Schittenhelm berichteten, dass sie viele Rückmeldungen aus der Bevölkerung bekommen haben. Schittenhelm hat nach eigenen Angaben sogar auf ihrer Mobilbox gesungene Textvorschläge vorgefunden.

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(APA/Red.)