Anonymous hackt deutsche Musiklobby GEMA

Anonymous hackt deutsche Musiklobby

Die Website der Rechteverwertungsgesellschaft wurde angegriffen und mit einer Fehlermeldung verziert, die oft bei Musikvideos auf YouTube kommt. Die GEMA streitet mit dem Videoportal über die Vergütung von Musik.

Das berüchtigte Anonymous-Kollektiv hat sich die Website der deutschen Musik-Rechteverwertungsgesellschaft GEMA zur Brust genommen. Die Seite wurde angegriffen und ist inzwischen nicht mehr erreichbar. Kurzzeitig verwies sie auf diese Website, wo Anonymous selbst den Grund für den Angriff gibt. Im Stil eines blockierten YouTube-Videos steht: "Leider ist diese Seite (nicht nur) in Deutschland nicht verfügbar, da sie auf ein Unternehmen verweisen könnte, für das Anonymous die erforderlichen Freiheitsrechte nicht eingeräumt hat." Darunter steht: "Das tut uns leid. Nicht!" Wie eine GEMA-Sprecherin gegenüber Heise erklärt, handle es sich "um eine echte Attacke auf die Inhalte des Webservers." Details zum Angriff will sie aber nicht verraten.

Streit um Musikabgaben

Die Hacker protestieren damit gegen die Vorgehensweise der GEMA, den Zugriff auf diverse Musikvideos für deutsche Nutzer zu blockieren, wenn sie der Meinung ist, dass dort die von ihre vertretenen Rechte verletzt werden. Seit Jahren schwelt ein Konflikt zwischen der GEMA und YouTube-Betreiber Google über die Vergütung von Musikvideos. In zahlreichen anderen Ländern hat sich der Webkonzern bereits gütlich mit den Verwertungsgesellschaften geeinigt.

Legales Video von GEMA zensiert

Brisanz erreichte der Konflikt im Juli, als die GEMA ein Video einer US-Künstlerin blockierte, obwohl die deutsche Gesellschaft gar keinen Grund dafür gehabt hätte. Die Animationfilmerin Nina Paley hatte nämlich weltweite Rechte für alle von ihr in einem Video genutzten Musikstücke erworben. Dennoch sah sich die GEMA genötigt, das Video für deutsche Nutzer zu sperren.

(Red.)