Sonntagstafel: Pat Kitchen

(c) Erich Kocina
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Afrikanische Küche im China-Ambiente – lustig essen im Pat Kitchen.

Dass hier noch vor einiger Zeit asiatisch gekocht wurde, merkt man immer noch. Die Eingangstür, die Sitzmöbel, selbst die Bilder an der Wand im Hinterzimmer passen perfekt zu einem Glutamat-Chinesen. Allein, in der Lerchenfelder Straße 139 wird seit einigen Monaten westafrikanisch gekocht. Dass bei der Neuübernahme nicht alles neu eingerichtet wurde, mag ein wenig verstören, doch entsteht gerade dadurch ein abgewohntes trashiges Flair, das auch einen gewissen Reiz hat – man sollte nur nicht auf die Idee kommen, jemanden hierher fein ausführen zu wollen. Wer allerdings Lokale auch gern einmal per Groupon-Gutschein aussucht, sollte hier fündig werden.

Aber lassen wir derlei Äußerlichkeiten beiseite, wirklich entscheidend in einem Lokal ist schließlich vor allem das Essen. Besonders empfehlenswert sind die gebratenen Kochbananen (mit Rindfleisch, Pute, Huhn oder Fisch), die zwischen süß und würzig oszillieren. Ebenfalls nicht unspannend ist der Jollof-Reis (vergleichbar mit Reisfleisch) mit Moi-Moi, einer nigerianischen Bohnenpaste. Etwas gewöhnungsbedürftig vor allem aus olfaktorischer Sicht ist das Fufu (ein fester Brei aus Yam-Mehl, in der Speisekarte als „afrikanische Kartoffel“ beschrieben) mit Ziege und Spinat – geschmacklich gibt aber auch dieses Gericht einiges her. Und noch ein kleiner Tipp: Wenn man, wie die Kellnerin rät, mit den Fingern isst, sollte man das Gericht ein wenig auskühlen lassen...

DiePresse.com/schaufenster

("Die Presse", Print-Ausgabe, 26.08.2012)


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