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London-Täter sollen Islamisten mit Wurzeln in Nigeria sein

Video vom Tatort
London-Täter sollen Islamisten mit Wurzeln in Nigeria seinREUTERS
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Nach dem Mord an einem britischen Soldaten hat die Polizei mehrere Häuser durchsucht. Die beiden Festgenommenen werden heute verhört. Sie waren den Behörden bereits bekannt.

Nach dem Mord an einem Soldaten in London gibt es erste Hinweise auf die Identität der beiden Angreifer. Medien berichteten, dass es sich um britische Staatsbürger mit Wurzeln in Nigeria handle. Sie seien zu einer radikalisierten Form des Islam konvertiert. Das britische Verteidigungsministerium veröffentlichte unterdessen den Namen des Opfers, es handle sich um den Schützen Lee Rigby, der im zweiten Bataillon der The Royal Regiment of Fusiliers diente.

Der "Guardian" schreibt, einer der Täter sei in Nigeria geboren und habe die britische Staatsbürgerschaft erhalten, der andere sei in Großbritannien zur Welt gekommen. Sie seien nicht verwandt. Die Zeitung will auch den Namen eines Angreifers herausgefunden haben: Michael Olumide Adebolajo.

Täter waren den Behörden bekannt

Aus Sicherheitskreisen verlautete, dass die Männer den Behörden bereits vor der Bluttat bekannt waren. Einer von ihnen sei abgefangen worden, als er im vergangenen Jahr ins Ausland reisen wollte, berichtet die "BBC". Es habe aber keine Hinweise gegeben, dass er einen Anschlag planen könnte. Die Angreifer sollen noch am Donnerstag von Anti-Terror-Experten verhört werden.

Die beiden Männer hatten am Mittwoch einen britischen Soldaten auf offener Straße mit Messern und einem Fleischerbeil umgebracht. Nach der Tat ließen sie sich von Passanten fotografieren, forderten zum Sturz der Regierung auf und riefen: "Wir schwören beim allmächtigen Allah, wir werden nie aufhören, euch zu bekämpfen". Als die Polizei am Tatort eintraf, schoss sie die Männer an.

Die Polizei durchsuchte am Donnerstag zwei Häuser in der Grafschaft Lincolnshire und in Greenwich im Südosten Londons. Laut einem Bericht der "BBC" wurden an der Adresse eines Täters drei Frauen und ein Jugendlicher in einem Polizeifahrzeug "weggebracht". Ein Bericht, wonach ein dritter Verdächtiger verhaftet worden sei, wurde mittlerweile zurückgezogen.

Cameron: "Angriff ist Verrat am Islam"

Der britische Premier David Cameron nannte die Tat einen "Angriff auf Großbritannien und den britischen Lebensstil." Gleichzeitig handle es sich um "Verrat am Islam". "Wir werden Terror niemals nachgeben", betonte der Premier.

Die Londoner Polizei verstärkt nun ihre Präsenz auf den Straßen der Stadt. Vor allem an Orten, wo sich Menschenmassen versammeln, werde man in den kommenden drei Tagen mehr Polizisten in Uniform sehen, sagte Simon Byrne von Scotland Yard. Derzeit seien 1200 zusätzliche Polizisten im Einsatz, um den Menschen auf der Straße ein Gefühl der Sicherheit zu geben. Das soll so bleiben, bis es mehr Klarheit über die Hintergründe der blutigen Mordattacke auf einen Soldaten gebe.

Die Terrorwarnstufe wurde nicht angehoben - sie bleibt bei "substanziell". Die Behörden rechen zum Champions-League-Finale am Samstag offenbar nicht mit erhöhter Terrorgefahr.

(Red./APA/Reuters/AFP)