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Sotschi: Strabag baute das Olympische Dorf

Workers adjust base transceiver station at Sochi 2014 Winter Games biathlon arena in Krasnaya Polyana
REUTERS
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Auftragsvolumen inklusive Umbau des Flughafens Adler erreicht fast eine halbe Milliarde Euro. "Jetzt ist alles fertig - die ersten Gebäude sind übergeben, bis Dezember folgt der Rest", sagte Manager Dragan Pavelic

Wien/Krasnaja Poljana/Sotschi. Im Vorfeld der Olympischen Winterspiele in Sotschi investieren die Russen insgesamt etwa 40 Mrd. Euro in die Infrastruktur. Bei den Bauarbeiten auf der grünen Wiese kamen auch österreichische Unternehmen zum Zug - das größte Auftragsvolumen entfiel dabei mit knapp einer halben Milliarde Euro auf den Bauriesen Strabag. Der Konzern baute den Flughafen in Adler um und errichtete das Olympische Dorf direkt am Schwarzen Meer. "Jetzt ist alles fertig - die ersten Gebäude sind übergeben, bis Dezember folgt der Rest", sagte Russland-Manager Dragan Pavelic.

Der Weg dorthin war nicht leicht: "Das Areal war in einem Sumpfbereich - es wurde entsprechend unterschüttet, damit alles stabil ist, wir haben sehr viel Bodenaustausch gemacht", berichtete Pavelic.

Ebenfalls knifflig war die Logistik für Baumaterial, das für die insgesamt 58 von der Strabag errichteten Gebäude gebraucht wurde: Denn "Sotschi ist eine Sackgasse" - es gibt nur eine Eisenbahnlinie, die dorthin führt, einen Hafen, der erst vor einem Jahr und damit für die Bauherren relativ spät fertig wurde, sowie eine ganz normal breite Landstraße.

Immerhin wurden in Sotschi unter anderem 145.000 Kubikmeter Beton, 265.000 Kubikmeter Estrich und 1.500 Kilometer elektrische Kabel verbaut. Das musste erst einmal vor Ort gebracht werden. Schotter wurde aus 300 Kilometer Entfernung angeliefert. "Das war wirklich eine Herausforderung - dementsprechend war es logistisch etwas angespannt", so Pavelic. Die Aufgabenstellung habe allen Beteiligten - auch den Spediteuren - einiges Kopfzerbrechen bereitet. "Aber es ist alles fertig, man hat auch dieses Problem bewältigt."

Der Hafen sei während des Baus zweimal durch den starken Wellengang angeschlagen worden. "Als er dann fertig wurde, war eigentlich der Großteil des Materials bereits mit der Eisenbahn da", berichtete der Bauexperte. Nach den Spielen soll die Anlegestelle als Jachthafen genutzt werden.

Die Strabag baute rund 2.300 Appartements für die Olympia-Teilnehmer. Die ursprüngliche Einreichplanung dafür liegt über dreieinhalb Jahre zurück, sei aber "überarbeitet worden". Den Bau des Radisson Blu Hotels für die Unterbringung der Funktionäre mit etwa 320 Zimmern haben das nationale Olympische Komitee und der russische Staat an andere Investoren vergeben, die Unterbringung der Sportler hat man um 20.000 Quadratmeter reduziert. Dafür wurde die Zahl der Wohnungen für die "Olympische Familie" laut Pavelic von 1.000 auf 1.218 aufgestockt.

Die Bauarbeiten für das Olympische Dorf starteten dann im März 2011, nachdem der Vertrag selbst im November 2010 unterzeichnet worden war. Den Airport in Adler hatte die Strabag bereits Ende 2009 fertiggestellt. Den Auftragswert für den Umbau des davor 10 Jahre lang nicht vollendeten Flughafens bezifferte Pavelic mit rund 65 Mio. Euro. "Wir haben 80 Prozent rausreißen müssen", erzählte der Strabag-Manager.

Die Olympischen Winterspiele brachten der Strabag in Summe Aufträge im Wert von "etwas über 400 Mio. Euro" ein (ohne Airport), rund 350 Mio. Euro davon entfielen auf das Olympische Dorf, der Rest unter anderem auf Asphaltierungsarbeiten.

Auf der Baustelle waren bis zu 3.500 Arbeitnehmer beschäftigt - etwa zehn Prozent davon kamen von dem österreichischen Baukonzern: "Unser Team waren 350 Mann", so Pavelic. Momentan hat die Strabag noch 200 Mann auf der Baustelle - hauptsächlich technisches Personal. "Die Arbeiten sind physisch zu 98 Prozent fertig, es geht um Lieferungen von Interior-Details, um Geländer auf Terrassen, einige Pergolas und den Innenausbau", so Pavelic. Jetzt folgt nur noch der Feinschliff.