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Novemberpogrome: Christen und Juden trauern gemeinsam

Novemberpogrome Christliche Kirchen trauern
Symbolbild: Kippa, Kopfbedeckung männlicher Juden(c) imago
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Vor 75 Jahren wurden im Deutschen Reich Juden verhaftet oder getötet. Der Ökumenische Rat bekennt sich "zur Mitverantwortung vieler Christen".

Im gesamten Deutschen Reich brannten rund um den 9. November 1938 Synagogen, Juden wurden gedemütigt, getötet oder verhaftet, ihre Häuser und Geschäfte verwüstet. Am Samstag jähren sich die "Novemberpogrom" nun zum 75. Mal. Die christlichen Kirchen in Österreich halten aus diesem Anlass gemeinsam mit den jüdischen Gemeinden eine Trauerfeier ab. Das erklärte der Vorstand des Ökumenischen Rates der Kirchen in Österreich (ÖRKÖ) laut "Kathpress" am Donnerstag.

Der Ökumenische Rat bekenne sich "zur Mitverantwortung vieler Christen - auch Verantwortungsträger der Kirchen - an den Pogromen". Viele Mitglieder der christlichen Kirchen hätten damals geschwiegen, "ja manche haben sich an den Verbrechen beteiligt". Im Hintergrund seien "politische Naivität, Angst und fehlende Liebe ebenso gestanden wie eine fehlgeleitete Theologie, die über Jahrhunderte hinweg die Verachtung des jüdischen Volkes gelehrt hatte", so der Ökumenische Rat.

Am Samstag wird um 17 Uhr in der Wiener Ruprechtskirche ein ökumenischer Gedenkgottesdienst gefeiert. Anschließend findet ein Schweigemarsch zum Mahnmal auf dem Wiener Judenplatz statt.

SOS Mitmensch: "Mehr gegen Rassismus tun"

Auch die Menschenrechtsorganisation SOS Mitmensch äußerte sich in einer Presseaussendung anlässlich des Gedenkens an die Novemberpogrome. Sprecher Alexander Pollak rief die Regierung auf, "mehr gegen Rassismus und Diskriminierung zu tun" und bemängelte, dass Österreich bei der Antidiskriminierungsgesetzgebung "weit hinter den Möglichkeiten" zurückliege.

In ganz Österreich sind mehr als 130 Veranstaltungen zum Gedenken an die "Reichskristallnacht" geplant.

(APA)