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Deutsche Studie warnt vor rasant steigenden Energiepreisen

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Das Eneuerbare-Energien-Gesetz bereitet Deutschland immer mehr Probleme. Bis 2018 droht laut einer IW-Studie eine Kostenexplosion.

In Deutschland schlagen Ökonomen Alarm: Sie warnen vor rasant wachsenden Kosten durch das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG). Bis zum Jahr 2018 soll sich Energie für private Haushalte um 13 Prozent verteuern, auf die deutsche Industrie könnte sogar eine Steigerung von 19 Prozent zukommen. Das geht aus einer Studie des Wirtschaftsinstituts IW hervor, die der Tageszeitung "Welt" vorliegt. "Der Strommarkt wird in Deutschland zunehmend durch staatliche Steuerung geprägt", zitiert die Zeitung aus dem Papier. "Mit dem zunehmenden Anteil erneuerbarer Energien im Strommarkt, die nach dem EEG gefördert werden, droht eine weitere Zunahme marktfern produzierter Angebote." Schon bis 2018 soll er Anteil der Staatslasten am Strompreis von rund 50 Prozent auf 60 Prozent steigen.

Oettinger: "Eklatante Wettbewerbsverzerrung"

Die Studie platzt mitten in die Koalitionsverhandlungen: CDU und SPD sehen zwar den Handlungsbedarf, eine tiefgreifende Reform wollen sie aber erst im Jahr 2017 angehen. Das ist wohl zu spät, wenn es nach den Studienautoren geht.

EU-Energiekommissar Günther Oettinger übt ebenfalls Kritik: Die Reform des EEG sei "zu zaghaft", sagte er im Gespräch mit dem "Handelsblatt". In seiner jetzigen Form führe das Gesetz zu "eklatanten Wettbewerbsverzerrungen". Außerdem reiche die Koalitionsvereinbarung nicht aus, "um die Strompreise auf einem vertretbaren Niveau zu stabilisieren".

Gewerkschaften warnen vor Jobbabau

Aufgrund der Förderung erneuerbarer Energien lassen sich "klassische" Kraftwerke oft nicht mehr wirtschaftlich betreiben und melden reihenweise die Abschaltung an, heißt es in dem Bericht. Die Gewerkschaften warnen vor dem Verlust von Zehntausenden Jobs in der Energiewirtschaft. Erst kürzlich kündigte etwa der RWE-Konzern an, jede zehnte Stelle zu streichen.

Bericht in der "Welt"
Interview mit Oettinger im "Handelsblatt"

(Red.)