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Olympia-Gold hat Anna Fenninger entfesselt

(c) GEPA pictures (GEPA pictures/ Christian Walgram)
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Die 24-jährige Salzburgerin, Zweite im Super-G von Lenzerheide, gewann erstmals den Gesamtweltcup. Marcel Hirscher verkürzte überraschend den Rückstand auf Aksel Lund Svindal auf 19 Punkte.

Lenzerheide. Für den österreichischen Skiverband scheint die heurige Saison doch noch recht erfolgreich zu Ende zu gehen. Bis zum Jahreswechsel ist man nicht gerade von Erfolg verwöhnt gewesen, nun darf man sich doch noch als großer Sieger fühlen. Anna Fenninger hat am gestrigen Donnerstag im Kampf um die große Kristallkugel letzte Zweifel beseitigt, mit Rang zwei im Super-G kann die Salzburgerin nicht mehr eingeholt werden. Auch von Lara Gut nicht, die sich mit ihrem Heimsieg in Lenzerheide den Disziplinenweltcup und damit die kleine Kugel für den Super-G-Weltcup holte.

Anna Fenninger, die in Sotschi zwei Olympia-Medaillen gewonnen hatte, konnte ihr Glück kaum fassen. „Unglaublich“, sagte sie immer wieder. „Es ist so cool. Dass ich das noch erleben darf.“ Mit Gold in der Tasche hat sie sich gleichsam selbst beruhigt. „Ich habe dann eigentlich fast keinen Druck gespürt – egal, was kommt.“

Als eine der Gratulanten stellte sich auch Maria Höfl-Riesch ein. „Hochverdient“, meint die Deutsche, die in der Abfahrt so schwer gestürzt ist, dass sie die Saison vorzeitig beenden musste. In den kommenden 14 Tagen will sie sich zu einer Entscheidung, ob sie weitermacht oder nicht, durchgerungen haben. „In den Urlaub möchte ich das nicht mitnehmen, den Urlaub möchte ich auf jeden Fall genießen. Ich glaube, das kann ich nur, wenn da klare Verhältnisse herrschen. Wenn es so sein sollte, dass es wirklich vorbei ist, dann ist das natürlich kein schönes Ende gewesen.“

Anna Fenninger hingegen stehen noch etliche Jahre bevor, sie wird in der kommenden Saison die große Gejagte sein. Das könnte auch auf Marcel Hirscher zutreffen: Der Salzburger reduzierte im Super-G den Rückstand auf Aksel Lund Svindal auf 19 Punkte, weil der Norweger nur 16. wurde und daher keine Zähler gutgeschrieben bekam. Was Hirscher irgendwie nur schwer fassen konnte. „Wahnsinn – das ist ja so, als würde der Aksel im Slalom auf einmal vor mir landen.“

Bereits vor zwei Jahren hat Hirscher im finalen Super-G den Grundstein zum Gewinn der großen Kristallkugel gelegt. Damals wurde er Dritter, diesmal Zwölfter. „Ich bin ein Hosenscheißer“, meinte er zunächst. „Es wäre mehr Risiko notwendig gewesen.“ Eigentlich hat er vor den abschließenden Rennen (Riesenslalom, Slalom) mit einem Rückstand auf Svindal von rund einhundert Punkten gerechnet – jetzt sind es nur 19. „So ist es viel angenehmer. Nur entschieden ist es immer nicht. Ich vermute, das zieht sich bis Sonntag.“ Wobei der Norweger den Torlauf nicht bestreiten wird. Svindal selbst, der den Abfahrts- und Super-G-Weltcup für sich entschied, war enttäuscht. „Ich wünschte, ich könnte Slalom fahren...“

Super-G Damen: 1. Gut (SUI) 1:17,14 Min. 2. Fenninger (AUT) +0,61 3. Maze (SLO) +0,95 4. Schmidhofer (AUT) +1,08 5. Sterz (AUT) +1,45 6. Fanchini (ITA) +1,59 7. Hütter (AUT) +1,86 8. Rebensburg (GER) +2,07 9. Kling (SWE) +2,08 10. Mancuso (USA) +2,20 11. Cook (USA) +2,40 12. Stuhec (SLO) +2,76 13. Stuffer (ITA) +3,13 14. Smith (USA) +3,19.

Super-G-Weltcup: 1. Gut (SUI) 448 2. Fenninger (AUT) 357 3. Weirather (LIE) 310.

Gesamtweltcup: 1. Fenninger (AUT) 1271 2.Höfl-Riesch (GER) 1180 3. Lara Gut (SUI) 1056

Super-G Herren: 1. Pinturault (FRA) 1:13,71 2. Mermillod Blondin (FRA) +0,56 3. Miller (USA) +0,57 4. Mayer (AUT) +0,95 5. Ligety (USA) +1,09 6. Innerhofer (ITA) +1,14 7. Janka (SUI) +1,15 8. Jansrud (NOR) +1,17 9.Ganong (USA) und Striedinger (AUT) je +1,24 11. Fill (ITA) +1,34 12. Hirscher (AUT) +1,73.

Super-G-Weltcup: 1. Svindal (NOR) 346 2. Jansrud (NOR) 259 3. Patrick Küng (SUI) 255.

Gesamtweltcup: 1. Svindal (NOR) 1091 2. Hirscher (AUT) 1072 3. Pinturault (FRA) 919 4. Ligety (USA) 869

("Die Presse", Print-Ausgabe, 14.03.2014)