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MH17: Kiew will Absturzstelle erobern

Emergencies Ministry member walks at the site of a Malaysia Airlines Boeing 777 plane crash near the settlement of Grabovo in the Donetsk region
Absturzstelle der MH17(c) REUTERS (MAXIM ZMEYEV)
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OSZE-Beobachter sagten Besichtigung der Wrackteile aus Sicherheitsgründen ab.

Moskau/Kiew. Nachdem internationale Experten einen geplanten Besuch an der Absturzstelle des malaysischen Passagierflugzeugs am Sonntag aus Sicherheitsgründen abgesagt haben, versuchen ukrainische Truppen nun, den Unglücksort von den prorussischen Separatisten zurückzuerobern. Ein Sprecher des nationalen Sicherheitsrates nannte in Kiew als Ziel, internationalen Experten für ihre Untersuchungen sicheren Zugang zur Unglücksstelle zu verschaffen.

In den Tagen davor hatte der ukrainische Präsident Petro Poroschenko eine Waffenruhe im Umkreis von 40 Kilometern um die Absturzstelle bei Grabowo zugesagt. Nach Berichten vor Ort waren am Sonntag sowohl Panzer der ukrainischen Armee wie der Separatisten in der Nähe. Granateneinschläge waren zu hören, über dem Gebiet standen Rauchwolken. Beobachter der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) sowie unbewaffnete niederländische und australische brachen aus Sicherheitsgründen eine Fahrt zur Unglücksstelle ab und kehrten nach Donezk zurück.

Die OSZE hatte zuvor eine Einigung mit den Separatisten über den Zugang zu der Absturzstelle erreicht. Die Boeing 777 der Malaysia Airlines war am 17. Juli auf dem Weg von Amsterdam nach Kuala Lumpur mit 298 Menschen an Bord abgestürzt, darunter 193 Niederländer und 28 Australier. Kiew wirft den Separatisten vor, Flug MH17 abgeschossen zu haben. Als Reaktion auf den vermeintlichen Abschuss hatte die EU neue Sanktionen gegen Moskau beschlossen – nun droht Russland mit einem Ende der Anti-Terror-Kooperation.

Bilder sollen Eingreifen Moskaus belegen

Indes legen die USA Fotos zu einem russischen Artilleriebeschuss vor. Mit vier Fotos wollen die USA die Vorwürfe, Russland hätte auf unkrainischem Boden militärisch eingegriffen, beweisen. Die vom Geheimdienst stammenden und vom Außenministerium in Washington veröffentlichten Bilder zeigen u.a. mehrere Raketenwerfer und Haubitzen an der Grenze auf russischem Gebiet sowie Einschlagkrater auf der ukrainischen Seite.

Weiters ist Artillerie auf ukrainischem Boden zu sehen, die Russland nach US-Angaben den prorussischen Separatisten in der Ostukraine zur Verfügung gestellt hat. Am Donnerstag hatten die USA Moskau unter Verweis auf Geheimdienstangaben vorgeworfen, auf ukrainischen Gebiet militärisch aktiv zu sein sowie weitere Waffenlieferungen an die Rebellen zu planen. Die russische Regierung wies die Vorwürfe umgehend zurück und warf den USA Verleumdung vor.

Flotte auf Krim aufrüsten

Moskau verkündete auch eine Aufrüstung der Schwarzmeerflotte auf der annektierten ukrainischen Halbinsel Krim. Bis zum Jahr 2020 sollten 20 neue Kriegsschiffe und U-Boote in Dienst gestellt werden. (ag.)

("Die Presse", Print-Ausgabe, 28.07.2014)