Manager verschwunden: 350 Mio. Dollar Schaden?

Schatten
Schatten (c) EPA (Andy Rain)
  • Drucken

Ein 76-jähriger Hedge-Fonds-Manager wurde am vergangenen Mittwoch als vermisst gemeldet. Er soll bis zu 350 Millionen US-Dollar verwaltet haben. Ein weiterer Fall Madoff wird befürchtet.

Anleger befürchten nach dem Verschwinden eines Hedge-Fonds-Managers aus Florida einen weiteren Betrugsfall in der US-Finanzbranche. Die Kunden seien besorgt, mehrere Hundert Millionen Dollar verloren zu haben, berichtete die Finanznachrichtenagentur Bloomberg unter Berufung auf Behörden. Seine Familie hatte den 76-jährigen Manager, der bis zu 350 Mio. Dollar (264 Mio. Euro) verwaltet haben soll, am vergangenen Mittwoch als vermisst gemeldet. Nach einem Anruf des Mannes fanden Familienangehörige nach Behördenangaben eine Nachricht in seinem Haus. Über den Inhalt des Briefs wurde zunächst nichts bekannt.

Ein Partner des Managers alarmierte Investoren, dass die Fonds verschwunden sein könnten. Der Partner sagte weiter, der 76-Jährige sei noch am Leben. Die Polizei hatte die Untersuchungen aufgenommen, nachdem Kunden gemeldet hatten, dass "Hunderte von Millionen Dollar" fehlen.

Die US-Öffentlichkeit ist derzeit besonders sensibel für mögliche Betrugsfälle in der Finanzbranche: Mitte Dezember war der mutmaßliche Milliarden-Betrüger Bernard Madoff aufgeflogen. Der Wall-Street- Broker, der Investoren um bis zu 50 Milliarden Dollar gebracht haben soll, steht gegen eine Kaution von zehn Millionen Dollar in seinem Luxus-Appartement in Manhattan unter Hausarrest. Madoff hatte seinen Söhnen ein jahrzehntelanges "Schneeball-System" gestanden. Nach dem Madoff-Skandal wurden auch einige kleinere Betrugsfälle bekannt.

(APA)

Mehr erfahren

International

Madoff - Kundenliste online veröffentlicht

Ein New Yorker Gericht hat die Liste der Kunden des mutmaßlichen Milliarden-Betrügers Bernard Madoff im Internet veröffentlicht. Aus Österreich sind die Bank Medici und die Bank Austria dabei.
Accused swindler Bernard Madoff exits the Manhattan federal court house in New York
International

Fall Madoff: Auch eigene Familie geprellt

Ein US-Gericht veröffentlichte ein Dokument mit Namen der Geschädigten - auf der Liste befinden sich auch Madoffs Frau Ruth, die gemeinsamen Söhne und Madoffs Bruder. Madoff hat im Schneeballsystem Milliarden geprellt.
HSBC
International

Fall Madoff: Finanzdienstleister drohen HSBC mit Mittelabzug

Österreichische und deutsche Finanzdienstleister werfen der britischen HSBC vor, sich als Depotbank von Madoff-Fonds aus der Verantwortung zu stehlen. Sie warnen vor einem "Flächenbrand".
Königin Beatrix
International

Niederlande: Königin Beatrix als Madoff-Opfer?

Gerüchte um Millionenverluste des Königshauses im Zuge der Madoff-Krise sorgen für große Aufregung. Der holländische Hof dementierte umgehend. Königin Beatrix wäre nicht das erste Promi-Opfer.
Bernard Madoff wird des Milliardenbetrugs beschuldigt.
Home

Madoff-Skandal: Sammelklage von Österreichern

Über 100 heimische Anleger wollen im Betrugsfall Madoff gemeinsam gegen die Bank Austria und die Bank Medici vor Gericht ziehen. Unter ihnen sind auch der Öffentlichkeit bekannte Personen.

Dieser Browser wird nicht mehr unterstützt
Bitte wechseln Sie zu einem unterstützten Browser wie Chrome, Firefox, Safari oder Edge.