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Ski-WM: Abfahrts-Debakel für Österreich, Gold für Küng

APA/EPA/GEORGE FREY
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Der Schweizer Patrick Küng gewinnt das WM-Abfahrtsrennen in Beaver Creek. Die Österreicher erleiden ein historisches Debakel.

Im vierten Bewerb der Weltmeisterschaft in Vail/Beaver Creek ist Österreich erstmals bei diesen Titelkämpfen ohne Medaille geblieben. In der Abfahrt landete Matthias Mayer als bester ÖSV-Läufer auf Rang zwölf. Das Ergebnis ist zugleich das schlechteste aus rotweißroter Sicht bei einer WM-Abfahrt aller Zeiten. Gold durfte der Schweizer Patrick Küng entgegennehmen. Als Außenseiter in das Rennen gestartet ließ er sämtliche Favoriten hinter sich und bescherte den Eidgenossen den ersten WM-Triumph in der Königsdisziplin seit Bruno Kernen 1997. Für Österreich nimmt das Warten hingegen kein Ende. Zuletzt stellte man mit Michael Walchhofer 2003 den Weltmeister.

Für Mayer, Hannes Reichelt (13.), Max Franz (19.) und Georg Streitberger (29.) erwies sich das Erbe Walchhofers als zu groß. Keiner aus dem Quartett blieb auf der anspruchsvollen „Birds of Prey“ auch nur annähernd fehlerfrei, so mancher haderte auch mit den wechselhaften und teils windigen Verhältnissen. „Ich hatte wirklich Pech, vielleicht werde ich irgendwann auch einmal Glück haben“, sagte Franz, der sich für den Showdown ÖSV-intern qualifizieren musste, resignierend. Der Kärntner hatte sich weitaus mehr vorgenommen, das Schicksal teilte er mit seinen ebenfalls frustrierten Teamkollegen. Alpindirektor Hans Pum musste Mayer im Zielraum Trost spenden. „Heute ist es nicht gut für mich gelaufen. Ich habe zu viele Fehler gemacht“, sagte der 24-Jährige, dessen große Stunde vor einem Jahr in der Olympia-Abfahrt geschlagen hatte.


Auch der WM-Triumphator aus dem Super G, Hannes Reichelt, konnte die historische Niederlage für den ÖSV nicht verhindern. 0,94 Sekunden Rückstand bedeuteten unmittelbar hinter Mayer Rang 13. „Heute habe ich auf der Strecke kontinuierlich Zeit verloren. Gott sei Dank habe ich im Super G schon etwas gewonnen . . .“ Die Österreicher befanden sich in prominenter Gesellschaft. Kjetil Jansrud, der Speed-Dominator der bisherigen Saison, kam nicht über Rang 15 hinaus. Auch sein Landsmann Aksel Lund Svindal blieb als Sechster ohne Medaille, wenngleich seine Leistung nach seinem Achillessehnenriss vor vier Monaten großen Respekt verdient.


Über Edelmetall jubelten neben dem Überraschungs-Weltmeister Küng der US-Amerikaner Travis Ganong (+0,24) und Küngs Landsmann Beat Feuz (+0,31). „Es ist ein Traum, einfach perfekt“, sagte Küng, der sich am Vortag im Training noch für das Schweizer Aufgebot empfehlen musste. „Um ganz vorne zu landen, braucht es einfach den perfekten Lauf und ein bisschen Glück. Es gibt derzeit so viele gute Skifahrer“, war Küng dankbar und glücklich.

Ergebnis der WM-Abfahrt der Herren

1. Patrick Küng (SUI) 1:43,18 Min.
2. Travis Ganong (USA) 1:43,42 +0,24
3. Beat Feuz (SUI) 1:43,49 +0,31
4. Steven Nyman (USA) 1:43,52 +0,34
5. Guillermo Fayed (FRA) 1:43,57 +0,39
6. Aksel Lund Svindal (NOR) 1:43,63 +0,45
7. Ondrej Bank (CZE) 1:43,74 +0,56
8. Adrien Theaux (FRA) 1:43,81 +0,63
9. Carlo Janka (SUI) 1:43,85 +0,67
. Andrew Weibrecht (USA) 1:43,85 +0,67
11. Didier Defago (SUI) 1:43,89 +0,71
12. Matthias Mayer (AUT) 1:44,10 +0,92
13. Hannes Reichelt (AUT) 1:44,12 +0,94
14. David Poisson (FRA) 1:44,14 +0,96
15. Kjetil Jansrud (NOR) 1:44,17 +0,99
16. Johan Clarey (FRA) 1:44,26 +1,08
17. Andreas Sander (GER) 1:44,31 +1,13
18. Benjamin Thomsen (CAN) 1:44,36 +1,18
19. Max Franz (AUT) 1:44,49 +1,31
20. Jared Goldberg (USA) 1:44,60 +1,42
21. Manuel Osborne-Paradis (CAN) 1:44,84 +1,66
22. Josef Ferstl (GER) 1:44,86 +1,68
23. Dominik Paris (ITA) 1:45,12 +1,94
24. Christof Innerhofer (ITA) 1:45,30 +2,12
25. Martin Cater (SLO) 1:45,32 +2,14
26. Aleksander Aamodt Kilde (NOR) 1:45,39 +2,21
27. Klaus Brandner (GER) 1:45,62 +2,44
28. Matteo Marsaglia (ITA) 1:45,66 +2,48
29. Georg Streitberger (AUT) 1:45,68 +2,50
30. Natko Zrncic-Dim (CRO) 1:45,70 +2,52

("Die Presse", Print-Ausgabe, 08.02.2015)