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Kopten - eine der ältesten christlichen Gemeinden

imago/Xinhua
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In ihrer 2000-jährigen Geschichte sind die Kopten als religiöse Minderheit in Ägypten immer wieder der Verfolgung ausgesetzt.

Die koptisch-orthodoxe Kirche in Ägypten zählt zu den bedeutendsten und ältesten christlichen Kirchen in der islamischen Welt. Der Anteil der Kopten an der 85 Millionen zählenden ägyptischen Bevölkerung beträgt zwischen sechs und zehn Prozent. Seit dem Arabischen Frühling 2011 waren sie wieder verstärkt Verfolgung und Terror ausgesetzt.

In der aktuellen Verfassung Ägyptens sind die Rechte der Christen wieder stärker verankert als unter der Herrschaft der Muslimbrüder und Präsident Mohammad Mursi (2012-2013). Doch auch unter Präsident Abdel Fattah al-Sisi sind sie keineswegs sicher. Menschenrechtler kritisieren, Sisi gebe sich mittlerweile - um bei konservativen Muslimen zu punkten - "islamischer als die Islamisten".

"Kirche der Märtyrer"

Allerdings ist die koptische Kirche in ihrer 2000-jährigen Geschichte Verfolgungen gewohnt. Sie sieht sich selbst als "Kirche der Märtyrer", da ihre Mitglieder besonders in der Zeit des Römischen Reiches und dann später ab Beginn der islamischen Herrschaft in Ägypten viel zu leiden hatten.

Die koptische Kirche in Österreich gedachte der jüngst in Libyen enthaupteten 21 Kopten auf ihrer Facebook-Seite mit folgenden Worten: "Die koptisch-orthodoxe Kirche verabschiedet ihre Kinder, 21 junge Männer, in die himmlische Ruhestätte. Ein weiteres Liebesopfer, das die Kirche ihrem Erlöser bietet. Ihr reinen Märtyrer habt als letzte Worte geschrien: 'Mein Herr Jesus, erbarme dich meiner!' Gedenkt uns(er) vor dem himmlischen Thron, damit wir stets bereit seien, unseren Erlöser zu treffen!"

Anfänge gegen auf Evangelisten Markus zurück

Die koptisch-orthodoxe Kirche führt ihre Anfänge auf den Evangelisten Markus zurück, der im 1. Jahrhundert nach Christi den Sitz des Patriarchen von Alexandrien begründet haben soll. Der Name "Kopten" verweist auf die ägyptische Heimstätte der Kirche: Der arabische Name "Kibt" kommt vom griechischen "Aigyptos". Ihr religiöses Oberhaupt, der offiziell den Titel "Papst von Alexandrien und Patriarch des Stuhles des Heiligen Markus" trägt, hat seinen Sitz heute in der ägyptischen Hauptstadt Kairo. Seit 2012 steht Papst Tawadros II. der koptischen Kirche vor. Der wohl international prominenteste Kopte ist der frühere UNO-Generalsekretär Boutros Boutros-Ghali.

Die Kopten gehören zu den altorientalischen Kirchen, wie etwa die syrisch-orthodoxe oder die armenisch-orthodoxe Kirche. Diese hatten sich nach dem Konzil von Chalcedon im Jahr 451 von den restlichen Christenheit abgespalten, weil sie die Lehre von den zwei Naturen Christi - göttlich und menschlich - ablehnten, und sich zu einer einzigen, "gottmenschlichen" Natur bekannten. Der theologische Streit über die Natur des Erlösers wurde erst im 20. Jahrhundert weitgehend auf "sprachliche Missverständnisse" und politische Ursachen zurückgeführt und für beendet erklärt.

5000 KOpten in Österreich

Die mit griechischen Fremdwörtern durchsetzte koptische Sprache verwendet das griechische Alphabet mit zusätzlichen eigenen Schriftzeichen und gliedert sich in mehrere Dialektgruppen. Sie wurde als Umgangssprache jedoch mittlerweile durch das Arabische ersetzt.

In Österreich ist die koptisch-orthodoxe Kirche seit 1976 präsent. Sie zählt mehr als 5.000 Mitglieder, ihr steht seit 2004 Bischof Gabriel vor. 2003 wurde die Kirche staatlich anerkannt. Die koptisch-orthodoxe Kathedrale im 22. Wiener Gemeindebezirk wurde 2004 vom damaligen Kopten-Papst Shenouda III. feierlich geweiht.

In den vergangenen Jahrzehnten erlebte die koptische Kirche einen starken Aufschwung. In ihrer Tradition ist die Liturgie in den ursprünglichen Formen bewahrt geblieben. Zentren der geistlichen Erneuerung sind die zahlreichen Klöster und die Theologische Hochschule in Kairo. Auslandsdiözesen gibt es in Nordamerika, Europa, Schwarzafrika und Australien. Es existiert auch eine kleine, mit Rom unierte koptische Kirche. 1895 errichtete Papst Leo XIII. ein koptisch-katholisches Patriarchat.

(APA)