Russland will Raketensystem an Iran liefern

Eine Lösung im Atomkonflikt um den Iran ist in Vorbereitung. Der Russland-Iran-Deal könnte für neue Komplikationen sorgen.
Eine Lösung im Atomkonflikt um den Iran ist in Vorbereitung. Der Russland-Iran-Deal könnte für neue Komplikationen sorgen.(c) APA/EPA/VALENTIN FLAURAUD

Der Deal war 2010 nach Druck westlicher Staaten annulliert worden und soll jetzt durchgezogen werden, hieß es aus Moskau.

Russland liefert sein Flugabwehrraketen-System S-300 an den Iran - und kommt damit einer endgültigen Einigung des Westens im Atomstreit zuvor. Das Embargo Moskaus gegenüber einer Lieferung des Waffensystems sei aufgehoben, erklärte der Kreml am Montag. Als Grund nannte Russland die Fortschritte in den Atomverhandlungen mit dem Iran.

Russland will zudem Getreide, Ausrüstung und Baumaterialien an den Iran im Gegenzug für Rohöl liefern, sagte ein russischer Regierungsoffizieller der Nachrichtenagentur Reuters. Bereits vor einem Jahr hatte es laut Reuters von russischer Seite geheißen, ein Tausch verschiedener russischer Güter gegen 500.000 Barrel iranischem Rohöl im Wert von insgesamt 20 Milliarden US-Dollar werde besprochen.

 

Irans Öl- und Gasexporte unterliegen wegen dem umstrittenen Atomprogramm des Landes derzeit noch unter Sanktionen des Westens. Unter westlichem Druck hatte Russland 2010 einen Vertrag mit dem Iran zur Lieferung von Flugabwehrraketen des Typs S-300 annulliert. Der Iran hat Russland deswegen vor einem internationalen Schiedsgericht in Genf auf Schadenersatz von vier Milliarden Dollar (3,54 Mrd. Euro) verklagt.

Russland und Iran intensivieren Beziehungen

Die USA und Israel hatten bei Russland interveniert und argumentiert, die Raketen könnten zum Schutz der iranischen Atomanlagen eingesetzt werden. Der Westen wirft der Regierung in Teheran vor, unter dem Deckmantel der friedlichen Nutzung der Kernenergie nach Atomwaffen zu streben, was der Iran zurückweist. Israel, das sich vom Iran bedroht sieht, hält sich deswegen Luftangriffe auf iranische Atomanlagen als Option offen.

In den vergangenen Monaten hat Russland seine Beziehungen zum Iran intensiviert. Verteidigungsminister Sergej Schoigu und sein iranischer Amtskollege Hossein Dehqan hatten im Jänner in Teheran ein Abkommen über eine engere militärische Zusammenarbeit unterzeichnet und dies als Reaktion auf eine "Einmischung" durch die USA dargestellt. 

Im Atomstreit war zuletzt eine Grundsatz-Übereinkunft der UNO-Sicherheitsratsmächte und Deutschland mit dem Iran getroffen worden. Auch in westlichen Staaten gibt es großes Interesse an iranischem Öl und Gas.

(APA/Reuters/AFP)