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"News"-Fotomontage: Graf und Strache im Reichstag

(c) DiePresse.com (Philipp Splechtna)
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Das aktuelle "News"-Cover zeigt FPÖ-Chef Strache als Hitler und den dritten Nationalratspräsidenten Graf als Göring. Chefredakteur Athanasiadis spricht von einem "Statement", die FPÖ vom "Tiefpunkt" des Journalismus.

Die FPÖ ist nachhaltig erbost über das Cover der am 4. Juni erscheinenden Ausgabe des Wochenmagazins "News". Der Grund: Fotos von Parteichef Heinz-Christian Strache sowie des umstrittenen Dritten Nationalratspräsidenten Martin Graf wurden in ein Bild des hitlerdeutschen Reichstags montiert. Der Titel: "Schämt euch!" Die FPÖ sah in einer Aussendung am Mittwoch den "absoluten Tiefpunkt in der Geschichte des Journalismus in Österreich" und prüft rechtliche Schritte. "News"-Chefredakteur Atha Athanasiadis hingegen erklärte, es gehe um ein "Statement", um "zu zeigen, wofür die FPÖ steht".

Strache und Graf als "Schande für Österreich"

Strache steht auf der Fotomontage an der Stelle Hitlers und hebt die Hand zum Kühnengruß. Graf sitzt auf dem Platz des deutschen Reichsmarschalls und Reichstagspräsidenten Hermann Göring. Darüber schwebt der Reichsadler, wenn auch NS-Insignien, zumal Hakenkreuze, wegretouchiert wurden. "Die Ewiggestrigen", steht darunter geschrieben: "Warum H.-C. Strache und Martin Graf eine Schande für Österreich sind."

Athanasiadis: "Kommunikation entsteht beim Empfänger"

"Wir zeigen den Herrn Strache beim Bestellen von drei Bier", so Athanasiadis: "So hat er es ja gesagt." Und Graf werde als jemand abgebildet, "der eine wichtige Funktion in diesem Land hat. Der Herr Göring hatte auch eine wichtige Funktion." Im übrigen will der "News"-Chefredakteur das historische Setting gar nicht so genau verorten, sondern betont, dass die "Kommunikation beim Empfänger entsteht". Man werde sich "nicht von der FPÖ vorwerfen lassen, Wiederbetätigung zu betreiben".

Die FPÖ-Generalsekretäre Herbert Kickl und Harald Vilimsky indes attestierten den Blattmachern, sie hätten "Anleihen in dunkelsten Zeiten der Geschichte genommen". Die FPÖ-Anwälte seien bereits mit der Prüfung rechtlicher Schritte beauftragt. An die Stelle von Information seien "mieseste Agitation, Sudelei und eine Strategie der Kriminalisierung von FPÖ-Repräsentanten getreten". In Bezug auf Straches Kampagne gegen den Raiffeisen-Konzern, der auch an der News-Gruppe beteiligt ist, sieht man eine "besorgte Hexenjagd auf die FPÖ", wodurch sich das Magazin "fette Inserate von Rot und Schwarz" erhoffe.

Streit um Interesse an Inseraten

Apropos Inserate: In seinem Editorial betont Athanasiadis, man habe während des EU-Wahlkampfes "keine Sujets der FPÖ veröffentlicht", und zwar "weil wir diese Werbung nicht wollen". Anderen Medien wirft er zugleich Doppelmoral vor, weil sie einerseits Kritik an den Blauen üben, andererseits aber sehr wohl Inserate an sie verkaufen würden. Kickl hielt dieser Darstellung entgegen, dass die FPÖ ohnehin "in keinem einzigen Moment bei 'News' angefragt" habe: "Wir haben keinerlei Interesse, in diesem Medium zu inserieren." Allerdings sei umgekehrt die "'News'-Online-Redaktion von sich aus bei uns wegen Inseraten vorstellig geworden". Die FPÖ habe "dankend abgelehnt".

(APA)