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Flug 9268: Briten haben Hinweise auf Bombe

US-Präsident Barack Obama
US-Präsident Barack ObamaAPA/AFP (SAUL LOEB)

Abgehörte Gespräche von Extremisten auf dem Sinai deuten offenbar auf einen Sprengsatz im Laderaum hin. Mittlerweile hält auch US-Präsident Obama einen Anschlag für eine mögliche Absturzursache.

Nach der britischen Regierung hat auch US-Präsident Barack Obama einen Bombenanschlag als mögliche Ursache für den Absturz des russischen Passagierflugzeugs auf der Sinai-Halbinsel nicht ausgeschlossen. "Ich denke, es gibt eine Möglichkeit, dass eine Bombe an Bord war. Und wir nehmen das sehr ernst", sagte Obama am Donnerstag in einem Interview des Rundfunksenders Kiro/CBS. Obama blieb in seiner Einschätzung aber deutlich vorsichtiger als die britische Regierung. Premierminister David Cameron hatte zuvor gesagt, es sei "mehr als wahrscheinlich", dass der Airbus von einer Bombe zerstört worden sei. Cameron berief sich auf "Geheimdienstinformationen".

Die britische Regierung hat nach einem Bericht der BBC Hinweise darauf erhalten, dass eine Bombe im Frachtraum des abgestürzten russischen Passagierflugzeugs war. Die Informationen stützten sich auf abgehörte Gespräche von Milizen auf der Sinai-Halbinsel, berichtete der Sender am Freitag. Eine Quelle dafür nannte die BBC nicht.

 

Großbritannien hatte wegen des Verdachts, im ägyptischen Badeort Sharm el-Sheikh sei ein Sprengsatz an Bord der Maschine geschmuggelt worden, am Mittwoch alle Flüge dorthin gestoppt. Ab dem heutigen Freitag, nach einer Verschärfung der Sicherheitsvorkehrungen, sollten die bis zu 20.000 festsitzenden britischen Touristen zurückgeholt werden. Sie dürften nur Handgepäck mitnehmen, die Koffer würden aus Sicherheitsgründen separat zurückgeflogen, hieß es.

Doch die Fluggesellschaft Easyjet meldete einige Stunden später, die ägyptischen Behörden ließen derzeit keine britischen Flugzeuge zur Rückholung von Touristen zu. Landungen von Maschinen britischer Airlines in dem ägyptischen Badeort seien derzeit ausgesetzt. Dies bedeute, dass acht von zehn für Freitag geplante Easyjet-Flüge ausfielen. Eigentlich war nach ägyptischen Angaben vorgesehen gewesen, dass allein am Freitag 29 Maschinen britische Urlauber ausfliegen sollten.

Reisewarnung: "Verstärkte Umsicht"

Belgien rät indes von Reisen nach Sharm el-Sheikh ab. Es gebe keine ausreichenden Garantien für die Sicherheitskontrollen auf dem dortigen Flughafen, sagte Außenminister Didier Reynders der belgischen Nachrichtenagentur Belga am Donnerstag. "Wir kennen noch nicht die Ergebnisse der Untersuchung", sagte der Minister. Das französische Außenministerium riet den Bürgern ebenfalls davon ab, nach Sharm el-Sheikh zu reisen, wenn es nicht unbedingt nötig ist. Das österreichische Außenministerium empfiehlt "landesweit verstärkte Umsicht" aufgrund erhöhter Anschlagsgefahr. Vor Reisen in den Nord-Sinai und in das Sahara-Gebiet wird ausdrücklich gewarnt.

Der russische Airbus A321 war Samstagfrüh kurz nach dem Start in Sharm el-Sheikh auf dem Weg nach St. Petersburg über der Sinai-Halbinsel abgestürzt. Alle 224 Insassen, großteils russische Urlauber, starben. Nach Angaben russischer Ermittler brach die Chartermaschine der russischen Fluggesellschaft Kogalimawija, die unter dem Namen Metrojet fliegt, in der Luft auseinander.

Über die Ursache des Absturzes werden seither die verschiedensten Vermutungen angestellt. Der ägyptische Ableger der Jihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) hatte am Mittwoch erneut erklärt, er habe die Maschine zum Absturz gebracht. Ägyptische und russische Behörden bezweifeln dies. Sie weisen darauf hin, dass der IS auf der Sinai-Halbinsel nicht über entsprechende Waffen verfüge.

(APA/AFP/Reuters/dpa)