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Bank Austria: Es droht Kahlschlag statt Verkauf

Bank Austria
Bank AustriaStanislav Jenis
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Bei der Bank Austria könnten bis zu 2000 Mitarbeiter abgebaut werden, Dutzende Filialen sperren zu.

Wien. Die Bank Austria wird das Privatkundengeschäft wohl doch nicht an die Bawag verkaufen. Dieser Tage verdichten sich die Gerüchte, dass dieses seit Wochen kolportierte Szenario nun doch nicht umgesetzt wird. Branchenkenner sprechen von einem bewusst gestreuten Worst-Case-Szenario, um den mächtigen Bank-Austria-Betriebsrat für einen nicht ganz so schlimmen, aber dennoch sehr schmerzhaften Kurs zu gewinnen.

Dem Vernehmen nach wird es bei der österreichischen UniCredit-Tochter zu einem sehr starken Personalabbau kommen. Die „Wiener Zeitung“ berichtete am Freitag von 2000 Mitarbeitern, die abgebaut werden sollen. Wie und in welchem Zeitraum dieser Abbau vonstatten gehen soll, ist vorerst nicht bekannt.

Die Bank Austria betreut in Österreich etwa 1,6 Millionen Privatkunden und hat 240 Filialen. Das Filialnetz soll weiter schrumpfen. Mindest 30 Zweigstellen werden zusperren müssen. Das klassische Kundengeschäft soll nur noch Basisdienste beinhalten.

Die Bank Austria ist auch für 17 Länder in Osteuropa tätig. Der Sitz dieser Osteuropa-Holding dürfte von Wien nach Mailand verlagert werden. Damit entgeht sie nämlich auch der Bankenabgabe in Österreich.

 

130.000 UniCredit-Mitarbeiter

Die UniCredit-Gruppe beschäftigt weltweit fast 130.000 Mitarbeiter. 12.000 Stellen werden im Zuge der Restrukturierung gestrichen. 3000 Jobs fallen in Italien weg. Auch die deutsche Tochter HVB muss rund 1000 Jobs streichen.

Durch den Konzernumbau sind auch Arbeitsplätze in den ausgelagerten Bereichen, vor allem in der IT, betroffen. Dem Vernehmen nach soll es sich um weitere 2500 Jobs handeln. (red.)

("Die Presse", Print-Ausgabe, 07.11.2015)