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Dieselgate: VW muss tiefer in die Tasche greifen

Dieselgate. Der Konzern stockt die Rückstellungen erneut auf.

Wolfsburg. Volkswagen muss wegen der Abgaskrise weitere Milliarden zur Seite legen. Wegen zusätzlicher rechtlicher Risken in Nordamerika seien im ersten Halbjahr negative Sondereffekte von 2,2 Mrd. Euro verbucht worden, teilte der Wolfsburger Konzern am Mittwoch mit. Der Betriebsgewinn vor Sondereinflüssen sei trotz der Dieselkrise in der ersten Jahreshälfte auf 7,5 Mrd. Euro geklettert.

Volkswagen hatte seine Rückstellungen wegen des Dieselskandals unlängst bereits auf 16,2 Mrd. Euro aufgestockt. Allein der jüngst mit US-Behörden und Privatklägern vereinbarte Vergleich verschlingt umgerechnet bis zu 13,8 Mrd. Euro.

In den vergangenen Wochen waren aber zusätzliche Risken aufgetaucht. So fordern drei US-Bundesstaaten von VW Strafen wegen Verstößen gegen das Umweltrecht, die sich auf mehrere hundert Millionen Dollar belaufen könnten. In Kanada drohen Volkswagen ebenfalls finanzielle Lasten. Würde das US-Entschädigungsmodell auf den nördlichen Nachbarn der USA übertragen werden, müsste VW womöglich mit einer weiteren Belastung in Milliardenhöhe rechnen.

Mit dem Betriebsgewinn der ersten sechs Monate übertraf Volkswagen die Markterwartungen. An der Börse kamen die Zahlen insgesamt gut an. Die VW-Aktie gewann in der Spitze mehr als sieben Prozent an Wert. Für das laufende Jahr erwartet Volkswagen einen Umsatzrückgang von fünf Prozent, die operative Rendite werde zwischen fünf und sechs Prozent liegen. (ag.)


[MLBNW]

("Die Presse", Print-Ausgabe, 21.07.2016)