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"In 20 bis 30 Jahren fahren wir alle elektrisch"

Die Prognosen von E-Auto-Pionier haben sich bislang immer erst etwas zeitverzögert realisiert.

Für Daniel Hammerl, Chef von Tesla Motors Austria & Italy, ist das Ende des Verbrennungsmotors bereits absehbar. "In 20 bis 30 Jahren fahren wir alle elektrisch", zeigte er sich bei einer T-Mobile-Veranstaltung zum Internet der Dinge (Stichwort: Industrie 4.0) überzeugt. Tesla gilt als E-Auto-Pionier und will im kommenden Jahr ein Elektroauto um 35.000 Euro anbieten

Dass die Tesla-Prognosen zum Fortschritt der E-Mobilität bisher etwas zeitversetzt eingetreten seien, liege daran, dass Tesla das Engagement der etablierten Autoindustrie in diesem Bereich überschätzt hat, so Hammerl. Dabei könnten sie durchaus weiter sein, es fehle etwas der Wille.

Vorteile setzen sich durch

"Der Siegeszug des E-Motors ist jedenfalls schon alleine aufgrund der vielen Vorteile nicht aufzuhalten", so Hammerl. Ein Motor würde eine Million Kilometer halten, er benötige kein Getriebe und er bestehe im Großen und Ganzen nur aus zwei Teilen, begründete er diese Einschätzung.

Hammerl sieht den US-Anbieter Tesla nicht nur technologisch als Pionier, sondern auch beim Geschäftsmodell. "Wir sind ein reiner Direktvertrieb." Es würde lediglich ein paar Minuten dauern bis das Fahrzeug online konfiguriert, bezahlt und bestellt sei.
Außerdem gebe es keine Rabatte, die sich die Autokunden ohnehin dann über die teureren Werkstättengebühren selbst zahlen würden, gab Hammerl zu bedenken.

Vebraucherschützer optimistisch

Die Gesamtkosten von Elektroautos könnten laut Verbraucherschützern im kommenden Jahrzehnt mit Wagen mit herkömmlichem Verbrennungsmotor gleichziehen. Das setzt allerdings entsprechende Vorgaben des Gesetzgebers voraus, wie die Autoren einer vom europäischen Verbraucherschutzverband Beuc in Auftrag gegebenen Studie schreiben.
Der Untersuchung zufolge wäre es möglich, dass 2024 die durchschnittlichen Kosten für die ersten vier Jahre ungefähr denen eines Benziners entsprechen. Eingerechnet sind dabei unter anderem der Kaufpreis, der Erlös durch einen eventuellen Wiederverkauf, Kraftstoff, Wartung, Versicherung und Steuern. Derzeit liegen die Kosten für Elektroautos über die ersten vier Jahre um mehrere Tausend Euro höher als bei Wagen mit Dieselantrieb.

Auch bei Benzin- und Dieselautos sieht die Studie großes Einsparpotenzial. Mit verbrauchsarmen Technologien können Eigentümer im Jahr 2025 demzufolge über die Lebensdauer des Wagens zwischen 4.400 und 9.400 Euro sparen im Vergleich zu 2015.

Die Autobauer werden die nötigen Technologien nach Einschätzung der Autoren aber nur rasch genug vorantreiben, wenn es entsprechende Vorgaben des Gesetzgebers gibt. Der CO2-Ausstoß pro Kilometer dürfte dann im Flottendurchschnitt der Hersteller im Jahr 2025 höchstens bei 70 Gramm liegen, 2030 bei 45 Gramm. Staatliche Kaufprämien seien auf die Dauer nicht mehr nötig, Steuervorteile sollten demnach als Kaufanreize reichen. Derzeit sehen EU-Vorgaben für Neuwagen ab 2021 lediglich eine Obergrenze von 95 Gramm CO2 pro Kilometer vor.

(APA/dpa)