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Pilz präsentiert Flüchtling statt Operettensängerin

Die Liste Pilz setze nicht auf Prominente, sondern auf Experten, sagt Peter Pilz mit einem Seitenhieb auf die ÖVP. Mit Alma Zadic für das Thema Integration und Teresa Roscher für das Thema Pflege holt er zwei Politneulinge.

Wien. Er müsse die Pressekonferenz mit einer Enttäuschung beginnen. Er werde weder eine Spitzensportlerin noch eine Operettensängerin noch einen freiheitlichen Pensionisten als Kandidaten für die Liste Pilz präsentieren, sagte Peter Pilz bei der Präsentation am Freitag mit einem Seitenhieb auf die Listenbesetzung der ÖVP.

Pilz hat sich (erneut) für eher unbekannte Persönlichkeiten entschieden. Dafür, so seine Erklärung, seien die beiden Politneulinge Expertinnen in ihrem jeweiligen Bereich. Rechtsanwältin Alma Zadic wird für die Liste Pilz die Themen Asyl und Migration betreuen. Zadic ist als Rechtsanwältin in Österreich und New York zugelassen, hat in einer internationalen Wirtschaftskanzlei gearbeitet und war zuvor bei der Internationalen Organisation für Migration tätig.

Zadic wurde durch den Jugoslawien-Krieg selbst zum Flüchtling. Sie ist in Bosnien und Herzegowina geboren, kam im Alter von zehn Jahren nach Österreich. Sie forderte bei ihrer Vorstellung ein eigenes Integrationsministerium, 2000 zusätzliche Lehrer, die speziell für die Integration ausgebildet sind, sowie eine gezielte Aufnahme von Migranten in der Polizei.

 

Bisher 200.000 Euro Spenden

Die zweite Kandidatin, Teresa Roscher, ist Pflegeassistentin beim Kuratorium Wiener Pensionistenhäuser und wird in der Liste Pilz für das Thema Pflege zuständig sein. Sie fordert ein Plus von 2000 Pflegekräften und klare Regeln für den Einsatz von Pflegerinnen aus anderen EU-Staaten. Damit seien, so Pilz, fast alle Kandidaten vorgestellt. Die Listenplätze will er erst kommende Woche bekannt geben.

Finanziell sei die Liste Pilz auf einem guten Weg. 200.000 Euro habe man bisher gesammelt. Der Großteil komme von eigenen Kandidaten. 98.000 Euro hat Rechtsanwalt Alfred Noll und 20.000 Euro Biochemikerin Renee Schroeder gespendet. Genaueres werde man noch offenlegen. (j. n.)

("Die Presse", Print-Ausgabe, 19.08.2017)