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Paradise Papers: Bei Steuertricks fehlt politischer Wille

Der Umsatz geht nach Holland, die Lizenzgebühren (bis 2014) auf die Bermudas. Den Staaten, in denen Nike-Schuhe gekauft werden, bleiben kaum Steuern.
Der Umsatz geht nach Holland, die Lizenzgebühren (bis 2014) auf die Bermudas. Den Staaten, in denen Nike-Schuhe gekauft werden, bleiben kaum Steuern.(c) imago/Norbert Schmidt
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Die Steuerenthüllungen zeigen ein altbekanntes Muster, wenn es um die Verschiebung von Gewinnen geht. Das zu Durchbrechen, wäre jedoch die Aufgabe der Gesetzgeber.

Wien. Es ist ein verzwicktes Firmenkonstrukt, das der US-Sportartikelhersteller Nike in den vergangenen Jahren aufgebaut hat. Wie die „Süddeutsche Zeitung“ aufgrund von ihr zugespielten und im Rahmen eines internationalen Journalistennetzwerkes ausgewerteten Daten der auf den Bermudas beheimateten Anwaltskanzlei Appleby darstellt, hat das Unternehmen durch eine gezielte Steuervermeidungsstrategie seit dem Jahr 2005 seine effektive Steuerlast von einst rund 35 Prozent auf nur mehr etwa 15 Prozent gesenkt.

Möglich war das durch ein geschicktes Ausnützen der Lücken in den internationalen Steuergesetzgebungen. So beginnt alles damit, dass Nike seine Verkäufe in Westeuropa allesamt bei seiner holländischen Tochter verbuchen lässt. Die Töchter in den anderen Ländern treten nur als eine Art „Handelsvermittler“ auf. Dadurch werden die Gesamtumsätze von gut sechs Mrd. Euro pro Jahr an der Nordseeküste gesammelt.