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Neue "Pille danach" wirkt bis zu fünf Tage nach dem Sex

Symbolbild
(c) Www.bilderbox.com (Erwin Wodicka)
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Die aktuelle Version der "Pille danach" wirkt am besten in den ersten zwölf Stunden nach dem ungeschützten Geschlechtsverkehr. Die neue Tablette wird noch einige Jahre rezeptpflichtig sein.

Erst vor kurzem wurde in Österreich die "Pille danach" vom Gesundheitsministerium rezeptfrei gestellt. Am Donnerstag haben Mediziner in Wien ein neues Notfall-Kontrazeptivum vorgestellt, das eine Befruchtung der Eizelle länger verhindern kann als die bisherige Tablette: Das Medikament "ellaOne" wirkt in einem Zeitfenster von bis zu fünf Tagen, das bisherige nur in den ersten 72 Stunden, am besten jedoch in den ersten zwölf Stunden nach dem ungeschützten Geschlechtsverkehr.

Grund für die Differenz ist ein neuer Wirkstoff: Während bisher ein Gestagen-Präparat (Levonorgestrel) verwendet wurde, beinhaltet das neue Medikament den Wirkstoff Ulipristal. Wegen der Neuheit der Substanz bleibt sie in Europa für einige Jahre noch auf jeden Fall rezeptpflichtig.

Eisprung verhindert

Christian Egarter, Gynäkologe von der Wiener Universitäts-Frauenklinik: "Es handelt sich um sogenannten selektiven Progesteron-Rezeptor-Modulator." Einerseits führe die Einnahme des Medikaments zu einer Rückbildung der Gebärmutterschleimhaut, andererseits verhindere ein zweiter Wirkmechanismus den Eisprung.

Vor der Anwendung sollte ein Schwangerschaftstest durchgeführt werden. Allerdings - so die Wiener Gynäkologin Daniela Dörfler - habe sich in der bisherigen Anwendung gezeigt, dass die neue "Pille danach" auch bei einer bereits bestehenden Schwangerschaft keine negativen Effekte habe.

Rezeptpflicht gefallen

Bis vor kurzem war jede Notfall-Kontrazeption in Österreich per Medikament prinzipiell an die Verschreibung eines Levonorgestrel-Präparates durch einen Arzt gebunden. Apotheker konnten aber nach eingehender Beratung die Medikamente aber auch im Rahmen einer Regelung für Notfälle ohne Rezept abgeben. Das Gesundheitsministerium hob vor kurzem auf Antrag eines der beiden Hersteller solcher Medikamente die Rezeptpflicht für ein Levonorgestrel-Notfall-Kontrazeptivum auf.

(APA)