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Kriminalstatistik: Einbrüche weiter im Brennpunkt

Symbolbild Einbruch
(c) APA (Helmut Fohringer)
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Im vergangenen Jahr sind in Österreich 591.597 Strafdelikte angezeigt worden. Besonders stark angestiegen ist die Zahl der Einbrüche in Einfamilienhäusern. Die Statistik soll demnächst reformiert werden.

"Es war ein durchwachsenes, sehr schwieriges Jahr", meinte Franz Lang, Direktor des Bundeskriminalamts (BK). 591.597 Strafdelikte wurden im Jahr 2009 in Österreich angezeigt. Laut aktueller Kriminalitätsstatistik, die am Montag veröffentlich wurde, sind das um 3,3 Prozent mehr als im Jahr zuvor. Die größte Zunahme gab es in Wien mit 7,22 Prozent, wo 228.593 Straftaten anfielen. 28 Prozent der Straftaten wurden von Nicht-Österreichern begangen.

Besonders stark angestiegen ist die Zahl der angezeigten Einbrüche in Einfamilienhäusern - von 5627 im Jahr 2008 auf 7459 im Vorjahr. 2008 hatte es bei Wohnungen österreichweit 11.553 Fälle gegeben, 2009 war die Zahl auf 12.259 gestiegen. "Es gibt kaum jemanden mehr, der keine Betroffenen im Verwandten- und Bekanntenkreis hat", meinte Lang. "Der Österreicher ist hier am wehrlosesten und irritiertesten." Außerdem ist die Aufklärungsquote niedrig: Nur 5,4 Prozent der Einbrüche in Wohnungen und 9,1 Prozent in Häusern wurden geklärt.

Welle an Einbruchsdiebstählen

Der Höhepunkt der Einbruchswelle war vom Spätherbst 2008 bis zum Juli 2009. Ab dem Frühsommer seien "alle freien Ressourcen" auf das Thema Einbrüche konzentriert worden, sagte Lang. Danach habe sich die Lage im vergangenen Sommer und Herbst wesentlich verbessert.

Auch 2010 wird sich die Polizei primär auf den Bereich Einbruchskriminalität konzentrieren. Die Großeinsätze der Soko Ost im Großraum Wien wurden seit September durch Strukturermittlungen abgelöst. Seither "sind wir stark in die verdeckte Arbeit zurückgegangen", berichtete Lang. Intensivtäter-Ermittlungsgruppen wurden eingerichtet, die Einsatzgruppen zur Bekämpfung der Straßen- und Eigentumskriminalität aufgestockt.

"Wir haben seit dem Sommer viel aufbauen müssen. Ich glaube aber, dass wir 2010 auf dem Gebiet viel ernten werden", gab sich der Chef des Bundeskriminalamtes optimistisch. Weitere Aufbauarbeit gilt jetzt der Spurensicherung. Nach dem Motto "Jeder Tatort hat eine Spur" wurden die Kontingente zur Aufnahme und Auswertung von DNA-Spuren erhöht. Die Polizisten sollen darin besser geschult werden. Lang wünscht sich nicht nur dafür zumindest 1000 zusätzliche Polizisten.

Deutsche und Serben als Sorgenkinder

Knapp drei Viertel der Verdächtigen sind Österreicher, 28 Prozent sind Ausländer - im Vorjahr waren es 27 Prozent. Den Großteil davon stellen Deutsche und Serben mit jeweils elf Prozent der ausländischen Angezeigten. Bei Einbruchsdiebstählen halten ausländische Täter einen Anteil von 50 Prozent. Die Tätergruppen sind laut Lang keine "Kriminaltouristen", sondern "haben Strukturen in und rund um Wien etabliert".

Zahl der geklärten Fälle gestiegen

Im Vorjahr konnte die Zahl der geklärten Fälle gegenüber 2008 um 7,4 Prozent gesteigert werden. Die höchste Steigerung verzeichnete Wien: In der Bundeshauptstadt wurden um 14,05 Prozent mehr Fälle geklärt als 2008. 2009 wurden bundesweit 235.760 aller angezeigten Fälle geklärt. Dadurch konnte die Aufklärungsquote um 1,52 Prozentpunkte auf 39,85 Prozent gesteigert werden.

Neue Statistik im Februar präsentiert

Die Kriminalstatistik soll reformiert werden. Das Institut für Höhere Studien (IHS) und das Institut für Strafrecht und Kriminologie sind beauftragt worden, Verbesserungsvorschläge zu erarbeiten. Die Kriminalstatistik neu werde "logischer", auch "ein bisschen aktueller", bleibe aber mit den bisherigen Daten vergleichbar, versprach Lang. Sie soll im Februar vorgestellt werden.

(APA/Red.)