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Kunasek: FPÖ bekennt sich zu Bosnien-Herzegowina

Verteidigungsminister Mario Kunasek (FPÖ)
Verteidigungsminister Mario Kunasek (FPÖ)REUTERS
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Vizekanzler Strache hatte dem Land "keine positive Zukunft" prognostiziert. Der Verteidigungsminister beharrte nun, der Balkan bleibe Schwergewicht des Heeres.

Verteidigungsminister Mario Kunasek (FPÖ) hat am Donnerstag seinen ersten Auslandstruppenbesuch fortgesetzt und ist vom Kosovo nach Bosnien weitergereist. Nach umstrittenen Aussagen von Vizekanzler Heinz-Christian Strache stellte Kunasek auf Journalistenfragen klar, dass sich die FPÖ zum derzeitigen Staat Bosnien-Herzegowina bekenne. Der Balkan bleibe Schwergewicht des Heeres, versicherte Kunasek.

Im Camp Butmir nahe Sarajevo dürfte der Verteidigungsminister heute auch auf Außenministerin Karin Kneissl treffen. Insgesamt sorgen derzeit rund 630 Soldaten aus 19 Ländern im Rahmen der EU-Mission EUFOR Althea für die Aufrechterhaltung des Friedens in Bosnien. Die Österreicher stellen mit gut 200 Soldaten, davon acht Frauen, das größte Kontingent. Das Land wurde durch das Dayton-Friedensabkommen, mit dem Ende 1995 der dreijährige Bosnien-Krieg beendet worden war, als ein Staat auf die Beine gestellt, der aus zwei Landesteilen besteht - der Bosniakisch-Kroatischen Föderation und der Serbischen Republik (Republika Srpska).

Strache hatte in einem im Herbst aufgezeichneten, aber erst vor wenigen Wochen bekannt gewordenen Interview "keine positive Zukunft" für Bosnien-Herzegowina als Gesamtstaat geortet und gemeint, dass der Republika Srpska die "Möglichkeit der Unabhängigkeit" gegeben werden solle, was von Experten auch als Spiel mit dem Feuer heftig kritisiert wurde. "Ich und der Bundesparteiobmann stehen zu den offiziellen und auch von Österreich und der EU immer wieder artikulierten Tatsachen", erklärte Kunasek auf entsprechende Journalistenfragen am Donnerstag am Balkan.

Österreichs Truppen im Kosovo "hoch geschätzt"

Es gebe "ein klares Bekenntnis" zu Bosnien-Herzegowina in seiner derzeitigen Form, versicherte er. Als Verteidigungsminister habe er natürlich auch Verantwortung für die Soldaten zu tragen. In Bosnien herrsche noch lange keine stabile Situation vor, es gebe noch viel zu tun. Kunasek war selbst 1999 als Soldat ein halbes Jahr in Bosnien im Einsatz.

Ähnliche Fragen zur freiheitlichen Diplomatie musste sich Kunasek bereits am Vortag von den mitgereisten Journalisten stellen lassen, als er die österreichischen Truppen bei der Nato-Mission KFOR im Kosovo besuchte. Auch zum Kosovo, der vor zehn Jahren seine Unabhängigkeit von Serbien erklärte, war Strache zuletzt mit umstrittenen Aussagen aufgefallen. Strache bezeichnete das Land als einen Bestandteil Serbiens, obwohl Österreich die Unabhängigkeit unterstützt und anerkannt hat. Bei seinem Gespräch mit dem KFOR-Kommandanten Salvatore Cuoci sei dies kein Thema gewesen, betonte Kunasek. Die österreichischen Truppen seien nach innen wie nach außen "hoch geschätzt und beliebt". Österreich werde im Kosovo auch weiterhin eine "wesentliche Rolle" spielen, sowohl quantitativ als auch qualitativ.

Gleichzeitig dürfe man aber auch die Inlandsaufgaben des Heeres nicht aus den Augen verlieren, meinte Kunasek. Handlungsbedarf ortet der Minister im Bereich Personalrekrutierung und Ausbildung. Teilweise gebe es nämlich Schwierigkeiten, hochwertige Spezialisten-Jobs im Auslandseinsatz zu besetzen, von Ärzten bis zu Rechtsberatern.

(APA)