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Syrien: Ärzte vermuten Einsatz von Giftgas in Ost-Ghouta

Ost-Ghouta
APA/AFP/AMER ALMOHIBANY
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Dutzende Menschen wurden nach Luftangriffen in Spitälern eingeliefert.

 Nach Luftangriffen auf die syrische Rebellenhochburg Ost-Ghouta haben Dutzende Menschen nach Angaben von Aktivisten über Atembeschwerden geklagt, die von Giftgas herrühren könnten. Mindestens 60 Patienten seien am Mittwochabend in Krankenhäuser eingeliefert worden, meldete die in Großbritannien ansässige Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte.

Demnach wurden die Ortschaften Sabka und Hammuriyeh mit Raketen und Fassbomben attackiert. Nach Angaben der Hilfsorganisation Syrian American Medical Society (SAMS) wiesen die Verletzten Symptome wie schwere Atemnot und gerötete Augen auf, die auf Angriffe mit giftigem Chlorgas hindeuteten. Die Hilfsorganisation berief sich auf Aussagen von Ärzten in einer Klinik in Ost-Ghouta, in der 29 Betroffene behandelt wurden.

Aktivisten beschuldigen Assad-Regime

Ein AFP-Korrespondent in Hammuriyeh sah Dutzende Menschen, die nach den Luftangriffen auf die Straße strömten, um frische Luft zu atmen. Eltern zogen ihre hustenden Kinder aus und wuschen sie mit Wasser ab, um mögliche Rückstände von Giftgas zu entfernen.

Aktivisten beschuldigen die Regierung des syrischen Machthabers Bashar al-Assad immer wieder, im Kampf gegen Rebellen Giftgas einzusetzen. Die Regierung hat dies wiederholt bestritten. Die Beobachtungsstelle berichtete in den vergangenen beiden Wochen zweimal über Fälle von Atemnot nach Luftangriffen in Ost-Ghouta. Die Organisation bezieht ihre Informationen von Aktivisten an Ort und Stelle; für Medien sind die Angaben kaum zu überprüfen.

Die syrische Regierung hatte Mitte Februar mit Unterstützung Russlands eine Offensive auf die Rebellen-Enklave östlich von Damaskus gestartet. Inzwischen eroberten die Regierungstruppen nach Angaben der Beobachtungsstelle mehr als die Hälfte von Ost-Ghouta zurück. Demnach wurden seit Beginn der Offensive fast 900 Zivilisten getötet.

 

(AFP/ APA)