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Am besten bei der Halbzeit

(c) Die Presse (Clemens Fabry)

Sprechblase Nr. 232. Warum man „ich sage nur ein paar Worte“ sagt.

Schade, dass Ostern in Unternehmen selten zum Anlass für Feiern dient. Das Fest führt eher ein Frühlingsmauerblümchendasein im Vergleich zu Jahrestagen, Weihnachten und dem Sommer. Damit wird Ostern auch eine der schönsten Ansprache-Sprechblasen verschwiegen: „Ich sage nur ein paar Worte.“

Die Formel ist rätselhaft. Will sie das „nur“ betonen? Das „ein paar“? Also, dass es eine ganz kurze Rede wird, die aber unumgänglich notwendig ist. Oder die „Worte“? Also, dass etwas gesagt wird, weil die Führungskraft bei derlei Gelegenheiten traditionell etwas sagen muss, sich Inhalte erspart und nur Wort an Wort reiht? Es bleibt: ein Rätsel.

Eines aber ist wichtig: Was mit „ich sage nur ein paar Worte“ begonnen hat, darf nach einigen Minuten niemals ohne ein „ich komme schon zum Schluss“ auskommen. Am besten so ungefähr bei der Halbzeit.

 

 

In den Sprechblasen spürt Michael Köttritsch, Leiter des Ressorts "Management & Karriere" in der "Presse", wöchentlich Worthülsen und Phrasen des Managersprechs auf und nach.

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