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Der totgeschwiegene Schatz der OMV in Norwegen

OMV-Chef Rainer Seele setzte von Anfang an mehr auf Russland als auf Norwegen. Von Präsident Wladimir Putin wird er bald mit dem Freundschaftsorden ausgezeichnet.
OMV-Chef Rainer Seele setzte von Anfang an mehr auf Russland als auf Norwegen. Von Präsident Wladimir Putin wird er bald mit dem Freundschaftsorden ausgezeichnet.REUTERS
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OMV-Chef Seele spricht gern von seinem Liebkind Russland. Von der Cashcow Norwegen hört man nicht viel.

Wien. Die Zukunft der OMV liegt im hohen Norden, titelte „Die Presse“ vor exakt fünf Jahren, als der damalige OMV-General, Gerhard Roiss, das stärkere Engagement des teilstaatlichen Ölkonzerns in Norwegen verkündete. Dessen Nachfolger Rainer Seele hatte 18 Monate später nur noch wenig Liebe für die „Hochkostenregion Nordsee“ übrig. Im Gegenteil: Der deutsche Manager verkaufte britische Beteiligungen in der Gegend und plant offiziell immer noch, ein gutes Drittel am Norwegen-Geschäft gegen Anteile an einem sibirischen Gasfeld zu tauschen. Lieber billiges Russengas, als teure Rohstoffe aus dem sicheren Norden, lautete seine neue Losung.

Heute sieht die Welt allerdings etwas anders aus. Während das junge Russland-Geschäft der OMV die hohen Erwartungen noch nicht ganz erfüllen kann, sorgte das Stiefkind Norwegen zum Halbjahr für überraschend gute Zahlen. Doch während die Konkurrenz nach Norwegen expandiert, schweigt sich die OMV zum Thema lieber aus. Warum ist das so?