Gazprom will noch mehr vom europäischen Gasmarkt

An employee works on pipes made for the South Stream pipeline at the OMK metal works in Vyksa in the Nizhny Novgorod region
REUTERS

Das Projekt Nord Stream 2 steht in der Kritik. Die deutsche Bundeskanzlerin Merkel fürchtet jedoch keine zu große Abhängigkeit von russischem Gas.

Der russische Energieriese Gazprom will nach Rekordwerten bei den Exporten im vergangenen Jahr seinen Anteil am europäischen Gasmarkt ausbauen. Das Unternehmen habe 2018 mehr als 200 Milliarden Kubikmeter Gas an Europa einschließlich der Türkei verkauft, sagte Gazprom-Managerin Elena Burmistrova am Mittwoch in Wien. Der Anteil des russischen Konzerns am europäischen Gasmarkt sei auf über ein Drittel gestiegen.

Nach Angaben der Internationalen Energieagentur in Paris wird sich die europäische Gasproduktion bis 2040 halbieren. Das setze Raum für russisches Gas frei, sagte Burmistrova. Gazprom sei in der Lage, den Produktionsrückgang in der Europäischen Union, hauptsächlich im niederländischen Erdgasfeld Groningen, auszugleichen. Der Konzern wolle aber nicht als zu aggressiv wahrgenommen werden und strebe keinen Anteil am europäischen Gasmarkt von 40 bis 45 Prozent an.

Die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel hatte kürzlich Warnungen vor einer zu großen Abhängigkeit von russischem Gas zurückgewiesen. In der Kritik steht vor allem das Gaspipeline-Projekt Nord Stream 2, das unter der Regie von Gazprom durch die Ostsee gebaut wird und durch das Deutschland und die EU mit zusätzlichem russischen Gas versorgt werden sollen.