Schnellauswahl

Marathon-Chef kritisiert nach Doping-Razzia "Saustall" ÖSV

Archivbild
ArchivbildGEPA pictures

Wien-Marathon-Veranstalter Wolfgang Konrad hält die Einzeltätertheorie für unglaubwürdig und kritisiert ÖSV-Präsident Peter Schröcksnadel scharf.

Wien-Marathon-Veranstalter Wolfgang Konrad kritisiert ÖSV-Präsident Peter Schröcksnadel wegen der neuerlichen Doping-Affäre scharf. "Der hat einen Saustall in seinem Verband", sagte Konrad über den Präsidenten des Österreichischen Ski-Verbandes (ÖSV) zur Tageszeitung "Der Standard".

Der ÖSV schädige den gesamten Sport, so Konrad. Und die Rechtfertigungen der dopenden Sportler, dass es ohne Doping nicht gehen würde, seien perfide. "Da krieg' ich die Weißglut. Damit versuchen sie nur, ihre Fehlleistungen zu rechtfertigen. Und das führt dazu, dass sich jetzt jeder junge österreichische Sportler erklären muss. Dabei gibt es ganz, ganz viele, die nicht dopen. Aber jetzt werden wieder alle in einen Topf geworfen."

Auf seinen im Profiradsport tätigen Sohn Patrick Konrad ("Natürlich ungedopt") angesprochen meinte der frühere Leichtathlet: "Wer glaubt einem österreichischen Sportler jetzt noch irgendetwas? Die Glaubwürdigkeit des österreichischen Sports geht gegen Null. Das hat alles der Herr Schröcksnadel zu verantworten. Mich ärgert extrem, dass der Verband, der die meiste Aufmerksamkeit bekommt, den größten Schaden anrichtet."

"Schröcksnadel leugnet ja auch den Klimawandel"

Die Einzeltäterthese des ÖSV bei den aktuellen Dopingfällen der Langläufer Max Hauke und Dominik Baldauf, die man schon nach Salt Lake City (2002), Turin (2006) und Sotschi (2014) anführte, will Konrad nicht glauben. "Schröcksnadel leugnet ja auch den Klimawandel. Er streitet alles ab, was ihm nicht in den Kram passt. Es ist undenkbar, dass kein Trainer, kein Funktionär etwas bemerkt, wenn Sportler auf diese Art und Weise dopen."

Der Rücktritt von Markus Gandler als Sportlicher Leiter für Langlauf und Biathlon seit vielen Jahren überfällig gewesen. "Wenn ein Mitarbeiter in meinem Unternehmen etwas zu verantworten hätte, das mein Unternehmen derart schädigt, müsste er sofort gehen."

Dass Schröcksnadel wie angekündigt nun tatsächlich aufräumen werde, hält der gebürtige Tiroler Konrad für unwahrscheinlich. "Nach Sotschi hat er gesagt, er räumt auf. Hat er es getan? Jetzt sagt er wieder, er räumt auf. Wie wahrscheinlich ist es, dass er es diesmal tut?"

>> Zum "Standard"-Artikel

(APA)