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Strache: Österreichs Image leidet durch Doping-"Einzelfälle" nicht

Strache bei der nordischen Ski-WM in Seefeld 2019
Strache bei der nordischen Ski-WM in Seefeld 2019GEPA pictures
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Sportminister Heinz-Christian Strache sieht bei der Gesetzeslage im Kampf gegen Doping keinen akuten Handlungsbedarf und spricht von Einzelfällen.

Sportminister Heinz-Christian Strache (FPÖ) hat am Samstag erneut betont, dass Österreich ausreichend strenge und wirkungsvolle Anti-Doping-Gesetze hat. Im Ö1-Interview sprach er sich außerdem gegen einen Generalverdacht gegenüber heimischen Sportlern und Verbänden aus. Das Image des Landes ist Straches Meinung nach durch den erneuten Dopingskandal mit starker österreichischer Beteiligung nicht angekratzt. „Das sehe ich nicht so. Ich lasse nicht zu, dass viele österreichische Sportler und Sportlerinnen, die Großartiges leisten und mit viel Fleiß und Blut über Jahre hinweg hartes Training und Verzicht leben, dass die von solchen Einzelfällen überschattet werden. Das sind Einzelfälle, diese Täter gehören überführt und auch konsequent abgestraft.“

Die geltenden Regelungen im Anti-Doping-Kampf hält er für ausreichend. „Wir haben in Österreich sehr, sehr gute Gesetze, nämlich ein Anti-Doping-Bundesgesetz und ein Strafgesetz. Das sind die strengsten Grundlagen und Gesetze, die wir europaweit haben. Damit stellen wir sicher, dass die Herrschaften, die solchen Missbrauch begehen, auch erwischt werden.“ Vielen anderen Ländern würden derartige Gesetze gänzlich fehlen, ergänzte der Vizekanzler. Einen Anlass für Verschärfungen sieht er im Blutdopingskandal, in den bisher drei österreichische Langläufer und zwei Radsportler verwickelt sind, nicht. „Die Notwendigkeit, die ich sehe, ist die restlose Aufklärung.“ Über etwaige Nachbesserungen könne man sich aber nach Abschluss der gerichtlichen Klärung der Causa Gedanken machen. „Dann wird man beurteilen, wo wir konkrete Verbesserungen setzen können.“

Eine Distanzierung seiner Person von betroffenen Verbänden wie dem ÖSV sei abwegig, da es sich um Einzelfälle ohne die Involvierung von Betreuern handle. „Weil das unsinnig wäre, einen Generalverdacht gegen Sportler und die Verbände auszusprechen“, erklärte Strache. Es gelte, diesen Missbrauch und die konkreten Täterschaften aufzuklären. „Im Verband ist kein einziger Tatverdächtiger vorhanden, offensichtlich haben die Sportler direkt den Weg zum Dopingarzt gesucht, das zeigt die Verantwortung auf.“

Sein Vertrauen in ÖSV-Präsident Peter Schröcksnadel, unter dessen Führung es bereits mehrere Dopingskandale um ÖSV-Langläufer gegeben hat, ist ungebrochen. „Ich habe keinen Anlass, irgendeinen Generalverdacht gegen irgendjemanden auszusprechen.“

("Die Presse", Print-Ausgabe, 10.03.2019)