Phänomen "Game of Thrones": Diese neun Folgen machten die Serie groß

Game of Thrones - Das Lied von Eis und Feuer
„Ein Lied von Eis und Feuer“ heißt die Buchvorlage. Beziehen dürfte sich der Titel auf diese zwei Figuren: Jon Snow (Kit Harington), kühler König des Nordens, und Daenerys Targaryen (Emilia Clarke), die feuerspeiende Drachen hat.(c) HBO/Sky

Am 14. April startet die letzte Staffel „Game of Thrones". Warum hat die Serie so großen Einfluss? Ein Blick auf neun Schlüsselfolgen liefert die Antwort auf diese Frage.

Nein, Nachfolger ist keiner in Sicht. „Westworld“ ist zu verworren, „Vikings“ zu eindimensional. Wer nach dem Ende von „Game of Thrones“ der neuen Gigant am Seriensektor sein wird, ist ungewiss. Vielleicht kommt er auch aus dem eigenen Haus. Gleich vier Ableger sind geplant. Die von Fantasyautor George R.R. Martin erfundene „Game of Thrones“-Welt ist groß und reich an Geschichte. Trotz oder wegen dieser Fülle an Figuren und Handlungssträngen, bei denen man durchaus den Überblick verlieren kann, ist das Interesse an der Serie hoch und steigt sogar. 25 Millionen Menschen schauen allein in den USA auf dem Bezahlsender HBO zu, und das sind nur die offiziellen Zahlen. Die Serie hält den Rekord bei illegalen Downloads. Nach acht Jahren und 70 Stunden steuert sie nun auf ihr Ende zu. Am 14. April startet die letzte Staffel mit sechs Folgen, die teilweise Spielfilmlänge haben. Es ist gut, dass Sie endet. Keine Serie profitiert davon, zu lange weitergeführt zu werden. Was das Phänomen ausmacht (sogar die ehrwürdige „New York Times“ widmet der Serie ein eigenes Special), soll ein Blick auf diese neun Schlüsselfolgen zeigen:

Staffel 1, Folge 1

In „Der Winter naht“ (Winter is Coming) ist eigentlich schon alles drin, was die Serie ausmacht: die Bedrohung und vor allem die Helden. Denn die Geschichte lebt von ihren Figuren.

Er habe „eine Schwäche für Krüppel, Bastarde und Gebrochene“, sagt der „Zwerg“ Tyrion Lannister (Peter Dinklage) einmal. Das trifft freilich auch auf den Schöpfer der Vorlage, George R.R. Martin zu. In Folge eins lernt man die wichtigsten Figuren kennen: den ehrenwerten Lord Ned Stark (Sean Bean) mit seiner Familie und den König samt seinem Gefolge. Drei Protagonisten stechen heraus: Der „Bastard“ Jon Snow (Kit Harington), der ständig benachteiligt wird und trotzdem etwas sehr Selbstloses tut. Die junge, schöne Daenerys Targaryen (Emilia Clarke), die von ihrem Bruder an einen bedrohlichen Kriegsfürsten verschachert wird, der sie vergewaltigt. Und eben der erwähnte „Zwerg“. Die drei Außenseiter, mit denen man bald mitfühlt, werden die Handlung prägen wie sonst höchstens noch die machthungrige Königin Cersei (Lena Headey).

Dabei ist die größte Bedrohung eigentlich eine andere: Die Serie beginnt mit den Weißen Wanderern, magischen Kreaturen, die Zombies erschaffen. Verkörpern diese eine sichtbare Gefahr, vor der wir die Augen verschließen (Klimawandel!), wie der „Spiegel“ meint? Die Furcht davor, selbst bloß Teil einer hirnlosen (Zombie-)Masse zu werden? Oder die Angst vor dem Tod? Egal. Es sind die Protagonisten, die der Serie Tiefe verleihen. Ihre Fehler, ihre Schwächen, ihre Menschlichkeit.