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"Eine der größten Emigrationsbewegungen in Lateinamerika"

Bereits mehr als vier Millionen Menschen sind aus Venezuela geflohen.APA/AFP/IGNACIO MUNOZ
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Bis Ende 2020 könnten der Organisation Amerikanischer Staaten (OAS) zufolge mehr als acht Millionen Venezulaner aus ihrer Heimat flüchten.

Mehr als acht Millionen Venezolaner könnten Ende 2020 vor der Krise aus ihrer Heimat geflohen sein. Die Zahl von 8,2 Millionen Venezolanern außerhalb Venezuelas legte die Organisation Amerikanischer Staaten (OAS) am Freitag auf ihrer Versammlung im kolumbianischen Medellín vor. Sie sprach von "einer der größten Emigrationsbewegungen in der jüngeren Geschichte Lateinamerikas".

In einer Resolution appellierte die OAS an "Staaten, internationale Organisationen und Nichtregierungsorganisationen, technische Zusammenarbeit und Finanzmittel bereitzustellen, um venezolanische Migranten in den Aufnahmeländern zu unterstützen". Die Region brauche Hilfe, um dieses Problem bewältigen zu können.

Laut den Vereinten Nationen haben rund vier Millionen der 31Millionen Einwohner Venezuela verlassen. Laut OAS-Berechnungen werden es täglich knapp 5000 mehr. Allein das Nachbarland Kolumbien hat 1,3 Millionen Venezolaner aufgenommen. Der Bedarf an Gesundheitsversorgung, Bildung und anderem übersteige jedoch die Kapazitäten der örtlichen Behörden, sagte Kolumbiens Außenminister Carlos Holmes Trujillo.

Eine monatelang andauernde politische Krise

Das eigentlich ölreiche Land Venezuela befindet sich in einer schweren wirtschaftlichen und politischen Krise. Der linke Präsident Nicolás Maduro war 2018 in einer umstrittenen Abstimmung für eine zweite Amtszeit gewählt worden, die er Anfang 2019 antrat. Parlamentspräsident Juan Guaidó rief sich daraufhin zum Interimspräsidenten des Landes aus und wurde von mehr als 50 Ländern anerkannt. Er versucht seither vergeblich, Maduro mit Massenprotesten aus dem Amt zu drängen.

>>> Maduro wirft Opposition Putschversuch vor

Guaidó war ebenfalls mit einer Delegation in Medellín zugegen. Teilnehmerländer wie Bolivien, Nicaragua und Mexiko kritisierten dies, Uruguay verließ aus Protest einen Teil der Konferenz am Donnerstag. Bolivien verwies in einer Fußnote zur Resolution darauf, dass die OAS keine Befugnis habe, "in Angelegenheiten der innerstaatlichen Zuständigkeit der Mitgliedstaaten einzugreifen."

(APA/DPA)