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Kolumne

Narzissten aufgepasst

(c) Die Presse (Clemens Fabry)

Sprechblase Nr. 303. Warum „Einen schönen Sommer noch“ tabu ist.

Der erste Satz bereitet gern Sorgen, heißt es. Das mag für Romane, Vorträge, Liebesbriefe stimmen. Für Gespräche im Businessumfeld gilt viel mehr: Die letzten Worte sind die schwierigsten.

Was soll man sagen? „Auf Wiedersehen“ oder „Bis demnächst“? Ja, solange man das nicht als Drohung missverstehen kann.

Oder greift man gar zu – Achtung, Sprechblase – „Einen schönen Sommer“? Keinesfalls, sagt „Sprechblase“-Leser Niki H. „Einen schönen Tag“, „Ein schönes Irgendwas“ zu wünschen diene maximal dem narzisstisch angehauchten Sprecher, sich besser zu fühlen. Anders wäre es nur, würde der Sprecher etwas dazu beitragen, dass sich sein Wunsch erfüllte.

Wobei: Manchmal wird es schon allein deswegen tatsächlich ein schöner Sommer, wenn man den Sprecher bis Herbstbeginn nicht mehr sieht.

 

In den Sprechblasen spürt Michael Köttritsch, Leiter des Ressorts "Management & Karriere" in der "Presse", wöchentlich Worthülsen und Phrasen des Managersprechs auf und nach.

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