Für Huawei kann es weitergehen - vorerst

APA/AFP/FRED DUFOUR

Es ist eine Einigung in letzter Sekunde. Huawei wird weiterhin mit Updates versorgt und für begrenzte Zeit können auch Hardware-Komponenten weiter geliefert wird.

Das US-Handelsministerium wird Insidern zufolge seine Geschäftsbeschränkungen für den chinesischen Netzwerkausrüster Huawei voraussichtlich vorerst nicht verschärfen. Demnach dürfen US-Firmen für begrenzte Zeit weiter bestimmte Bauteile an Huawei liefern. Eine am Montag ablaufende temporäre allgemeine Lizenz solle um 90 Tage verlängert werden, sagten mit den Plänen vertraute Personen.

Dabei geht es allerdings lediglich um Lieferungen, mit denen der Konzern seine Smartphone-Kunden mit Updates bedienen und seine bestehenden Netzwerke am Laufen halten kann. Komponenten zur Fertigung neuer Produkte dagegen darf Huawei von US-amerikanischen Unternehmen nicht ohne zusätzliche Lizenzgenehmigungen kaufen.

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US-Präsident Donald Trump geht im Handelsstreit mit China auch gegen den weltgrößten Netzwerkausrüster vor. Seit Mai steht der chinesische Hersteller auf einer Blacklist, nachdem Trump den Notstand in der Telekommunikation ausgerufen hat. Dieser Schritt beruht auf dem Verdacht, dass Huawei für China spionieren könnte und auf Geheiß der Regierung auch Backdoors in die 5G-Software eingebaut habe. Der Konzern weist dies seit jeher zurück.

Anfänglich zeigte sich Huawei ungerührt von dem US-Bann. Doch erstmals muss die Nummer zwei am Smartphone-Markt sinkende Verkaufszaheln und Marktanteile vermelden. Indes profitieren Samsung und Xiaomi.