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Leichtathletik

Verena Preiner gewinnt WM-Bronze im Siebenkampf

Verena Preiner im Leichtathletikhimmel.
Verena Preiner im Leichtathletikhimmel.APA/AFP/KIRILL KUDRYAVTSEV
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Die österreichische Rekordlerin krönt ihre perfekte Saison mit einer WM-Medaille. Gold gewinnt die Britin Johnson-Thompson vor der belgischen Favoritin Thiam.

Verena Preiner ist endgültig in der Leichtathletik-Weltklasse angekommen. Die 24-jährige Oberösterreicherin gewinnt bei den Leichtathletik-Weltmeisterschaften in Doha im Siebenkampf der Frauen mit 6560 Punkten die Bronzemedaille. Bereits vor dem abschließenden Bewerb über die 800 Meter lag Preiner auf dem Medaillenrang, den sie mit einem starken Lauf in 2:08,88 Minuten in ihrer Lieblingsdisziplin absicherte. Nach dem Erfolg von Lukas Weißhaidinger mit dem dritten Rang im Diskuswurf ist das die zweite WM-Medaille für Österreich in Doha, eine Sternstunde in Österreichs Leichtathletikgeschichte.

"Es ist unglaublich, ich bin überglücklich. Ein Traum", fasste Preiner nach den abschließenden 800 m im Khalifa-Stadion ihren Gemütszustand in Worte. "Danke an alle, die mich bis hierher unterstützt haben." Auch Trainer Wolfgang Adler brauchte einen Moment zum klar denken. "Wir haben natürlich das Wort Medaille in den Mund genommen, keine Frage. Du musst dich damit auseinandersetzen, wenn du als Entry-List-Fünfte hierher fährst. Aber dann hierzustehen, ist natürlich was anderes. Es ist unglaublich, dass wir das heimgebracht haben."

Gold gewann erstmals die Britin Katarina Johnson-Thompson (6.981), Silber Nafissatou Thiam (BEL/6.677).

Bestleistung im Weitsprung

Nach einem guten ersten Tag startete Preiner mit einer Bestleistung im Weitsprung mit 6,36 Meter in den zweiten Tag. Nach der sechsten Disziplin, dem Speerwurf, konnte sich die Ebenseerin bereits auf den dritten Rang vorarbeiten. Mit 46,68 Meter konnte sie ihren Punktestand auf 5579 ausbauen.

"Der Weitsprung war gut, das war Angriff. Der Speerwurf war solide mit einem weichen Arm", sagte Trainer Wolfgang Adler vor dem 800-Meter-Lauf. "Ich hätte ihn gern ein paar Meter weiter gehabt, das könnte sie auch, aber ich glaube, sie war schon von der Situation her ein bisschen beeindruckt", hatte er vor dem letzten Bewerb den Umstand angesprochen, dass die Chance auf eine Medaille sehr groß ist.

ÖLV-Rekordlerin seit Sommer

Preiner setzt sich seit 2014 international in Szene. Es begann mit Platz neun bei der Junioren-WM in Eugene. 2015 wurde sie Vierte bei der U23-EM in Tallinn, 2016 landete sie bei ihrem Großereignis-Debüt in der Allgemeinen Klasse bei der EM in Amsterdam auf Platz sieben. 2017 holte sie bei der Hallen-EM in Belgrad Platz sechs (Fünfkampf) und bei der U23-EM in Bydgoszcz die Silbermedaille mit neuem österreichischen U23-Rekord im Siebenkampf. Damit war sie für die Freiluft-WM in London qualifiziert, stieg auf Rang 18 liegend vor dem abschließenden 800-m-Lauf nach einem Asthmaanfall aber aus.

Vor einem Jahr in Berlin lieferte Preiner als Achte mit 6337 eine neue persönliche Punkte-Bestleistung ab. 2019 verlief trotz zwei Verletzungen im Sprunggelenk bravourös: Im Fünfkampf erst Staatsmeisterin, dann Hallen-EM-Sechste in Glasgow mit persönlicher Bestmarke. Im Siebenkampf erbrachte sie auf Teneriffa mit 6472 das Limit für die Olympischen Spiele 2020 in Tokio und pulverisierte nur drei Wochen später in Ratingen mit 6591 ihre Bestmarke und schnappte sich damit auch den ÖLV-Rekord von der jahrelangen Nummer-1 in Österreich, Ivona Dadic.

Sensation im Zehnkampf

Eine Riesenüberraschung gab es im Zehnkampf der Männer. Der Deutsche Niklas Kaul hat sensationell Gold im Zehnkampf gewonnen. Der 21-Jährige krönte sich zum zweiten deutschen Weltmeister nach Torsten Voss, der 1987 für die DDR siegte. Mit 8691 Punkten eroberte der neue "Zehnkampf-König" nach einer fantastischen Aufholjagd noch Platz eins. Silber und Bronze gingen an Maicel Uibo aus Estland (8604) und Damian Warner aus Kanada (8529). 

(herbas)

 

 

 

(red/herbas/ag)