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Katalonien-Konflikt

Spanien: Richterliche Härte gegen Separatisten

In Barcelona demonstrierten Anhängerinnen der Separatistenbewegung gegen die Verurteilung ihrer Anführer.
In Barcelona demonstrierten Anhängerinnen der Separatistenbewegung gegen die Verurteilung ihrer Anführer.(c) imago images/ZUMA Press (Jordi Boixareu via www.imago-ima)

Der Oberste Gerichtshof verurteilte einen Großteil der angeklagten katalanischen Politiker zu Haftstrafen. Das Urteil löste in Barcelona Demonstrationen aus, es gab 75 Verletzte. Auch Exilführer Puigdemont ist in Gefahr.

Madrid. Die Reaktion auf die langen Gefängnisstrafen für die katalanischen Separatistenführer ließ nicht lang auf sich warten. Schon kurz nachdem der Oberste Gerichtshof in Spanien das Urteil im „Jahrhundertprozess“ verkündet hatte, gingen Zehntausende Unabhängigkeitsbefürworter in Katalonien auf die Straßen und forderten die Freilassung der Verurteilten. In Barcelona und anderen katalanischen Städten blockierten Demonstranten stundenlang Straßen und Bahnstrecken. Bei Protesten am Flughafen von Barcelona lieferten sich Demonstranten heftige Auseinandersetzungen mit der Polizei. Dabei wurden 75 Menschen verletzt.

Nach monatelangen Beratungen hatten die Höchstrichter ihre Entscheidung verkündet: Neun katalanische Politiker, die für die illegalen Unabhängigkeitsschritte Kataloniens vor zwei Jahren verantwortlich gemacht wurden, erhielten Haftstrafen zwischen neun und dreizehn Jahren. Drei Beschuldigte kamen wegen Ungehorsams mit Geldstrafen und einem politischen Betätigungsverbot davon.