Drogenkartell

Mexiko: Polizist nach Aktion gegen "El Chapo"-Sohn niedergemetzelt

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Eine Aufnahme von der Festnahme von Ovidio Guzman Lopez im Oktober.(c) APA/AFP/CEPROPIE/HO (HO)

Im Oktober missglückte eine Razzia gegen den Sohn des in den USA inhaftierten Drogenbarons Guzman. Angreifer töteten nun einen beteiligten Beamten mit 150 Schüssen.

Ein Polizist, der an der Aktion gegen den Sohn des berüchtigten Drogenbosses Joaquin „El Chapo“ Guzman vor etwa drei Wochen beteiligt war, wurde in Mexiko niedergemetzelt. Mindestens zwei Angreifer feuerten in Culiacan, der Hauptstadt des Bundesstaates Sinaloa, mit halbautomatischen Waffen mehr als 150 Schüsse auf das Fahrzeug, in dem sich der 32-jährige Beamte befand. Das berichtet das US-Magazin „Newsweek“ unter Berufung auf mexikanische Medien. Der Angriff habe nur 30 Sekunden gedauert.

Bei der Polizeiaktion gegen „El Chapo"-Sohn Ovidio Guzman Lopez hatten mexikanische Sicherheitskräfte im Oktober eine demütigende Niederlage erlitten. "El Raton" (die Maus, Anm.) wurde zunächst gefasst, dann aber wieder freigelassen.

Die Nationalgarde sah sich bei dem Einsatz in Culiacán, der Hauptstadt des Bundesstaates Sinaloa, mit einer Übermacht bewaffneter Angreifer konfrontiert. Es gab heftige Straßenkämpfe, es herrschte stundenlang Chaos. Die bewaffneten Angreifer blockierten Straßen und Autobahnen rund um die 750.000-Einwohner-Stadt Culiacan und brachten das öffentliche Leben damit zum Erliegen.

Söhne sollen Führung von Kartell übernehmen

Ovidio und sein Bruder Alfredo Guzman sollen die Führung über einen Teil des jahrelang von "El Chapo" geführten Sinaloa-Kartells übernommen haben, nachdem ihr Vater 2017 an die USA ausgeliefert worden war. "El Chapo" wurde im Juli in New York zu einer lebenslangen Haftstrafe verurteilt. Der langjährige Anführer des berüchtigten Sinaloa-Kartells galt einst als der mächtigste Drogenbaron der Welt. Trotz seiner Inhaftierung schmuggelt sein Kartell weiterhin die meisten Drogen in die USA.

Mexikos linksgerichteter Staatschef López Obrador hat seit seinem Amtsantritt Ende vergangenen Jahres immer wieder zugesagt, die Kriminalität im Land wirksam zu bekämpfen. Bisher kann er aber keine großen Erfolge vorweisen. Seit dem Beginn des Armeeeinsatzes gegen die Drogenbanden 2006 starben bereits mehr als 250.000 Menschen im mexikanischen Drogenkrieg.

(red./ag.)