Kaffee hatte in Wien als Geschenk des osmanischen „Erzfeindes“ zunächst einen bitteren Beigeschmack.
Kaffee-Geschichte

Das schwarze Gebräu der türkischen Feinde

Besser kann man es nicht formulieren: „Kaffee – eins der letzten culturgeschenke des orients an den occident“, so heißt es im Wörterbuch der Brüder Grimm. Über die stürmische Entwicklung vom Luxus- und Modegetränk zum ständigen Begleiter.

Tee und Wein kannten die Menschen immer schon. Untersucht man die Ursprünge des Kaffeekonsums, verirrt man sich in einem Gestrüpp reizvoller orientalischer Legenden, in denen Ziegen und der Prophet Mohammed eine Rolle spielen. Im Abendland las man diese Geschichte zum ersten Mal 1671. Ein abessinischer Hirte habe sich in einem Kloster über seine Ziegen beklagt. Sie seien durch den Genuss gewisser Beeren außer Rand und Band. Die geistlichen Brüder machten aus diesen Beeren einen Aufguss und blieben die ganze Nacht wach. Die Einhaltung der Ordensregel – beten und wachen – wurde dadurch erleichtert. Man blieb bei dieser Methode. Eine andere Legende: Der kranke Mohammed habe die schwarze Flüssigkeit von einem Engel erhalten und sei rasch genesen. Angenehmer Nebeneffekt: 40 Nächte hindurch habe der Prophet 40 Frauen lieben können. Der schlaflose Hirte habe hingegen nächtens seine Ziegen bestiegen.

Daran stimmt wohl nur, dass die Kaffeepflanze ein Geschenk der Natur an uns ist, in tropischen Regionen gedeiht und uns munter macht. Der Beginn der Regenzeit lässt ihre weißen, nach Jasmin duftenden Blüten sprießen und verwandelt so ganze Plantagen in ein Blütenmeer. Bald erwachsen aus den Blüten grüne Kaffeekirschen, die zu farbenprächtigen süßen Früchten reifen. Sie sind das Objekt unserer Begierde, denn sie enthalten die steinige grüne Kaffeebohne.