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Kritik

Jelineks „Schwarzwasser“ wurde kunstvoll geklärt

Wie von Diego Velázquez gemalt: Felix Kammerer, Christoph Luser, Caroline Peters und Caroline Baas stellen „Las Meninas“ parodistisch nach.
Wie von Diego Velázquez gemalt: Felix Kammerer, Christoph Luser, Caroline Peters und Caroline Baas stellen „Las Meninas“ parodistisch nach.(c) APA
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Eine fantastische Uraufführung des „Ibiza-Stücks“ im Akademietheater: Unter der Regie von Robert Borgmann zeigten sich am Donnerstag vier Protagonisten und ein Chor in Hochform.

Texte der Literaturnobelpreisträgerin Elfriede Jelinek können ganz schön anstrengend sein. In ihren zu schwarzen Komödien mutierten Tragödien, die eine schamlose Konsumgesellschaft betrauern, lässt sie nichts aus. Ihr Repertoire reicht vom antiken Drama bis zum fast frischen Kalauer aus der Politik. Sie spitzt die Technikfeindlichkeit mancher ihrer liebsten Philosophen zu, erlaubt sich bissige, genderbedingte Seitenhiebe. Sie vergisst niemals die für sie bewährte marxistische Exegese. Diese spöttische Moralistin imitiert und entfremdet alles, was sie zu fassen kriegt, im sprachlichen Exzess. Bis zur Schmerzgrenze.