Dieser Browser wird nicht mehr unterstützt

Bitte wechseln Sie zu einem unterstützten Browser wie Chrome, Firefox, Safari oder Edge.

Schnellauswahl
Lungenkrankheit

Coronavirus: USA fliegen Hunderte Passagiere des Kreuzfahrtschiffes "Diamond Princess" aus

Die USA holten Landsleute von Bord der "Diamond Princess".
Die USA holten Landsleute von Bord der "Diamond Princess".REUTERS
  • Drucken

Die Zahl der Infektionen mit dem neuen Coronavirus hat in China 70.000 überstiegen. Experten befürchten auch eine hohe Dunkelziffer der Infizierten.

Die USA haben am Montag Hunderte ihrer Staatsbürgerinnen und Staatsbürger von dem in Japan unter Quarantäne stehenden Kreuzfahrtschiff „Diamond Princess“ geholt. 40 US-Passagiere hätten sich mit dem neuartigen Coronavirus infiziert und müssten in Krankenhäusern in Japan bleiben, sagte ein Vertreter der US-Gesundheitsbehörden dem Sender CBS.

Die restlichen Passagiere wurden nach Angaben der US-Botschaft in Japan mit zwei Flugzeugen in die USA ausgeflogen, wo sie zwei Wochen unter Quarantäne gestellt werden. Die US-Behörden hatten am Samstag mitgeteilt, dass rund 400 Menschen ausgeflogen würden.

Einige US-Passagiere lehnten es jedoch ab, das Schiff zu verlassen. „Meine Gesundheit ist in Ordnung. Und meine zweiwöchige Quarantäne ist fast vorbei. Warum sollte ich mich mit anderen Menschen, von denen man annimmt, dass sie infiziert sind, in einen Bus und ein Flugzeug setzen lassen?“, schrieb der US-Anwalt Matt Smith, der zusammen mit seiner Frau an Bord war, auf Twitter.

Die „Diamond Princess“ wird seit Anfang Februar wegen des Coronavirus im Hafen von Yokohama unter Quarantäne gehalten. Auf dem riesigen Schiff mit mehr als 3000 Menschen an Bord befindet sich die größte Gruppe an Coronavirus-Patienten außerhalb Chinas. Bei mehr als 450 Passagieren wurde bis Montag eine Infektion nachgewiesen, wie das japanische Gesundheitsministerium mitteilte. Ob die 40 US-Bürger in dieser Zählung inbegriffen waren, ist unklar.

Deutsche Passagiere auf „Westerdam"

Von der Krankheit betroffen ist auch das Kreuzfahrtschiff „Westerdam“. Nach der Entdeckung einer Infektion unter den Passagieren, die zum Teil schon in Kambodscha an Land gegangen waren, sind nach Angaben der Reederei bisher zumindest keine Symptome der Covid-19 genannten Lungenkrankheit aufgetreten. Allerdings gibt es eine Inkubationszeit von bis zu 14 Tagen, bis sich Symptome zeigen, und Infizierte können dann auch schon ansteckend sein. Zuvor war eine 83-jährige Amerikanerin bei der Weiterreise in Malaysia positiv getestet und ins Krankenhaus gebracht, wie die malaysische Gesundheitsbehörde mitteilte.

Unter den Reisenden waren laut Reederei 57 Deutsche. Nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur sind noch einige an Bord der "Westerdam", während andere bereits die Heimreise angetreten haben. Die Gäste, die bereits nach Hause gereist seien, würden von ihren örtlichen Gesundheitsbehörden kontaktiert, teilte die Holland America Line mit. Die US-Passagierin Christina Kerby schrieb auf Twitter, die Reisenden, die im Hotel in Pnomh Penh seien, würden getestet. Mehrere Länder hatten dem Schiff aus Angst vor dem Virus das Einlaufen untersagt. Erst Kambodscha stimmte dem schließlich zu.

Beschränkung der Bewegungsfreiheit

Unterdessen setzte Japan seine Rückholaktionen von Staatsbürgern und Angehörigen aus der schwer von dem Virus heimgesuchten Stadt Wuhan in Zentralchina fort. Eine fünfte Chartermaschine der japanischen Regierung landete mit 36 Landsleuten und 29 ihrer chinesischen Familienmitglieder auf Tokios Flughafen Haneda. Japan hatte zuvor bereits 763 Landsleute aus Wuhan ausgeflogen.

Mit einem Fahrverbot für privaten Autoverkehr waren in der ohnehin weitgehend von der Außenwelt abgeschotteten Krisenregion am Vortag neue radikale Beschränkungen der Bewegungsfreiheit der Menschen erlassen worden. In Städten der Provinz dürfen nur noch Dienst- und Notfallfahrzeuge sowie Transporte mit Waren des täglichen Bedarfs auf die Straßen. Ende Januar waren bereits Flüge, Zugverbindungen und Fernbusse eingestellt worden.

Fünf Patienten außerhalb Chinas gestorben

Die Zahl der Infektionen mit dem neuen Coronavirus hat in China 70.000 überstiegen. Mit 105 neuen Todesfällen innerhalb eines Tages sind bis Montag 1.770 Todesfälle zu beklagen, wie die Gesundheitskommission in Peking mitteilte. Die nachgewiesenen Ansteckungen nahmen um 2.048 zu und erreichten 70.548.

Besonders schwer ist in Zentralchina die 60 Millionen Einwohner zählende Provinz Hubei mit der Metropole Wuhan betroffen. In der weitgehend abgeschotteten Krisenregion sind allein rund 58.000 Infektionen und 1.696 Todesfälle durch das Sars-CoV-2 genannte Virus bestätigt. Experten befürchten auch eine hohe Dunkelziffer.

Während die Zahl der Infektionen und Todesfälle durch das neue Coronavirus in China weiter steigt, hat sich am Wochenende die Lage in Deutschland entspannt. Im pfälzischen Germersheim endete am Sonntag die Quarantäne für rund 120 China-Rückkehrer. In Bayern wurden Corona-Patienten als geheilt entlassen. Frankreich meldete hingegen den ersten Todesfall durch die neue Lungenkrankheit Covid-19 in Europa. Der chinesische Tourist, ein 80-Jähriger aus der Provinz Hubei, erlag der Krankheit in einer Pariser Klinik.

Außerhalb Festland-Chinas sind damit fünf Patienten gestorben. Mehr als 700 Virusfälle wurden in mehr als zwei Dutzend Ländern entdeckt worden - die meisten in Japan wegen des Kreuzfahrtschiffes.

(APA/dpa)