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Versorgung

Strom, Internet, Benzin und Post sind gesichert

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Angesichts Tausender Menschen in Home-Office oder Kinderbetreuung zu Hause sind eine funktionierende Versorgung mit Elektrizität, Internet und Paketzustellung wichtig. Die Firmen sehen sich gerüstet.

Wien. Lebensmittelgeschäfte, Apotheken, Tankstellen und Trafiken waren am Montag noch geöffnet. Sonst war der Handel in Österreich jedoch zu. Und auch in den Büros wurde in der Regel nur noch im Minimalbetrieb gearbeitet. Tausende Österreicher versuchten daher, per Telework ihrer Arbeit nachzugehen. Und weitere Tausende Schüler und Studenten befanden sich in ihren Wohnungen und nutzten das Internet zum Lernen, oder um sich die Zeit zu vertreiben.

In dieser Situation ist es also besonders wichtig, dass die Versorgung weiterhin gewährleistet ist und die Infrastruktur einer eventuell stärkeren Nutzung auch gewachsen ist. Gut vorbereitet sieht man sich dabei bei den heimischen Energieversorgern wie dem Verbund, der unter anderem die großen Donaukraftwerke betreut. „Das Schlüsselpersonal wird entsprechend regelmäßig geübter Szenarios abgesondert, Teams werden gesplittet. Und auch innerhalb der Kraftwerke wurden autonome Arbeitsinseln geschaffen, um unnötige Kontakte zu vermeiden“, heißt es auf Anfrage. Ein Vorteil sei, dass die Kraftwerke bereits im Regelbetrieb über zentrale Warten ferngesteuert werden.

 

Höhere Daten-Nutzung

Auch die heimischen Telekommunikationsunternehmen sehen sich für die kommenden Wochen und Monate gerüstet. So verzeichnen alle drei heimischen Anbieter bereits ein erhöhtes Aufkommen und man gehe davon aus, dass sich das in den nächsten Tagen fortsetzen wird. Alle drei gehen davon aus, dass ihre Netze dafür gerüstet sind und ausreichend Kapazität vorhanden ist. „Es kommt aktuell zu einem stärkeren Nutzungsverhalten tagsüber, wenn ohnehin weniger Verkehr im Netz ist“, heißt es etwa bei „Drei“. Zudem setze man auf Optimierungen und baue das Netz weiter aus, um Engpässe auch in der Zukunft zu vermeiden. Wenn es derzeit also zu Problemen – etwa bei Internet-basierten Videokonferenzen – kommt, dann hänge das mit den Servern der Konferenzanbieter zusammen.

Viel Zeit und vorhandenes Internet dürfte bei vielen Österreichern in den kommenden Tagen zum Onlineshopping genützt werden. Die Zustellung dieser Pakete sei trotz der aktuellen Einschränkungen ebenfalls gewährleistet, heißt es bei der Post. „Wir haben seit Montag die kontaktlose Übergabe eingeführt. Es muss also keine Unterschrift mehr geleistet werden.“ In den Logistikzentren herrsche der übliche Betrieb. Aufgrund der räumlichen Größe sei der notwendige Sicherheitsabstand gegeben. Sollte es doch zu Problemen in einem Zentrum kommen, könnten andere Logistikzentren dafür einspringen. Dann könnte sich aber die Zustelldauer etwas verlängern.

 

Weniger Benzin-Nachfrage

Um öffentliche Verkehrsmittel zu vermeiden, dürften viele nun vermehrt mit dem Auto fahren. Die Versorgung mit Benzin und Diesel ist dabei ebenfalls sicher. Aufgrund des Nachfragerückgangs sei es derzeit sogar eher so, dass man die Produktion in der Raffinerie Schwechat leicht drosseln müsse, heißt es bei der OMV.

Wer doch noch mit dem Zug in Österreich fahren will, muss sich zwar auf längere Intervalle einstellen. Grundsätzlich bleibe der Inlandsverkehr aber aufrecht, so ein ÖBB-Sprecher. Der grenzüberschreitende Verkehr sei aber schon stark reduziert und dürfte in den kommenden Tagen überhaupt komplett zum Erliegen kommen.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 17.03.2020)