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Pandemie

Spanien hat mehr Corona-Tote als China

Ein provisorisches Spital in der Hauptstadt Madrid.APA/AFP/COMUNIDAD DE MADRID/-
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Die Zahl der Todesopfer steigt binnen eines Tages um 738. Menschen fliehen aus den Krankenhäusern.

Die Zahl der Corona-Todesopfer in Spanien hat jene Chinas überholt. Nach Angaben der Regierung in Madrid vom Mittwoch starben 3434 Menschen in Spanien an der durch das neuartige Coronavirus ausgelösten Lungenkrankheit Covid-19. Binnen eines Tages seien weitere 738 Todesopfer hinzugekommen. Trotz der vor elf Tagen verhängten strikten Ausgangssperre stieg die Zahl der Infizierten auf 47.610 an. Besonders betroffen ist die Hauptstadt Madrid.

Spanien ist nach Italien das am stärksten von der Coronavirus-Pandemie betroffene Land in Europa. Dort kamen mehr als 6000 Menschen ums Leben. In China wurden bisher 3281 Todesfälle gemeldet.

Im heftig vom Coronavirus betroffenen Madrid haben Hotels ihre Zimmer für Krankenhauspersonal zur Verfügung gestellt. Klinikmitarbeiter, die außerhalb der spanischen Hauptstadt leben, wegen ihrer Dienstzeiten nah am Spital sein müssen oder zu Hause mit gefährdeten Menschen wohnen, könnten sich in acht über Madrid verteilte Hotels von der Arbeit erholen, so das Gesundheitsministerium der Region.

Hotels als Krankenhäuser

Das Gesundheitssystem ist bereits überfordert: Zahlreiche Corona-Patienten fliehen aus den Krankenhäusern. Es habe bereits mehrere Fälle in verschiedenen Kliniken gegeben, sagte der Direktor der Nationalpolizei, Jose Ángel González, am Dienstag. Das bereite den Sicherheitsbehörden unnötigerweise eine "Riesenarbeit", um diese Patienten ausfindig zu machen und wieder in die Spitäler zu bringen.

Die Regierung hat nun eine Liste mit 370 Hotels im Land erstellt, die im Kampf gegen das Virus genutzt werden sollen. Im Rahmen der strikten Ausgangsbeschränkungen in Spanien hatte die Regierung in der vergangenen Woche die Schließung aller Hotels des Landes für den Tourismus angeordnet.

Die knapp 47 Millionen Einwohner Spaniens dürfen seit dem 15. März nur noch in wenigen Ausnahmefällen das Haus verlassen, etwa zum Einkaufen. Am Mittwoch soll das Parlament auf Antrag der linken Regierung von Ministerpräsident Pedro Sánchez über eine Verlängerung des Alarmzustands, der dritthöchsten Notstandsstufe, um weitere zwei Wochen bis zum 11. April abstimmen.

(APA/AFP/dpa)

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