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PR-Agenturen

Wer hinter der Corona-Kampagne des Roten Kreuzes steht

Sieht kein Problem bei der Auftragsvergabe: Gerry Foitik (Archivbild)Die Presse/Clemens Fabry
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Gleich mehrere Büros betreuen die Rot-Kreuz-Kampagne zum Coronavirus - unter anderem jene Agentur, die auch für die Wahlkämpfe Sebastian Kurz' tätig war.

Die vom Roten Kreuz getragene und von der Regierung gestützte Kampagne zur Corona-Eindämmung wird von drei Agenturen abgewickelt, wurde am Mittwoch mitgeteilt. Die Werbeagentur Jung von Matt sei für die Kreation zuständig, die Troin Agency für Strategie und das Campaigning Bureau von Philipp Maderthaner für Social Media und Digitales, so Werber Martin Radjaby-Rasset, der seines Zeichens für das Rote Kreuz die Kampagne orchestriert.

Kritik an der Vergabe an die Agenturen hatten am Mittwoch die Neos geäußert - mit Blick auf frühere Tätigkeiten Radjaby-Rassets für die Grünen sowie jene Maderthaners für die ÖVP. Maderthaner bezeichnet sich selbst als "Kanzlermacher" von Bundeskanzler Sebastian Kurz. 

Radjaby arbeitet unentgeltlich

Sowohl im Kanzleramt als auch im Gesundheitsministerium konnte man Ö1 zufolge die Kritik nicht nachvollziehen. Auch Rot-Kreuz-Bundesrettungskommandant Gerry Foitik sah keine Unvereinbarkeit: "Wenn ich eine Agentur suchen muss in Österreich, die erfolgreich arbeitet und nie in die Nähe einer Partei gekommen ist oder Wahlkampf gemacht hat, werde ich keine finden."

Mehr zur Kampagne und Kritik im Podcast mit Philipp Maderthaner:

In der aktuellen Podcast-Folge ist Philipp Maderthaner zu Gast und kontert der Kritik, er und Martin Radjaby-Rasset seien von der Regierung bevorzugt worden.

Radjaby-Rasset betonte, er führe die "Schau auf dich, schau auf mich"-Kampagne im Auftrag des Roten Kreuzes, sein Arbeitgeber, die Erste Bank, habe ihm dafür die zeitliche Flexibilität gegeben. "Ich mache das freiwillig und unentgeltlich für das Rote Kreuz", so der ehemalige Grünen-Werber, der unter anderem für die erfolgreiche Bundespräsidentschaftskampagne von Alexander Van der Bellen verantwortlich gezeichnet hatte. Wie auch das Rote Kreuz verwies Radjabi-Rasset darauf, dass Kommunikation bei Krisen und Katastrophen extrem wichtig sei - und auch einsatzrelevant, um die Bürger zu informieren.

Rotes Kreuz zahlt „Produktion“, Regierung Inserate

Ein Sprecher des Roten Kreuzes bestätigte das Engagement der drei Agenturen. Diese seien durch das Rote Kreuz beauftragt worden. Kommandant Foitik, der ja auch im Krisenstab der Regierung sitzt, habe der Regierung die Kampagne dann vorgestellt. "Das ist dort offensichtlich gut angekommen", die Regierung habe sich zur Unterstützung der Kampagne entschlossen, "indem sie die Mediaplanung übernimmt", also die Schaltung von Inseraten koordiniert und auch die Mittel dafür bereitstellt. Ö1 zufolge soll die Kampagne rund 15 Millionen Euro schwer sein.

Das Rote Kreuz hingegen orchestriert und bezahlt die "Kreation und Produktion" der Kampagne, so der Sprecher. Foitik sagte dazu im Ö1-"Mittagsjournal", bisher habe die Organisation rund 350.000 Euro dafür ausgegeben, es werde aber wohl noch mehr werden.

Auch in der Agentur Campaigning Bureau von Maderthaner bestätigte man am Mittwoch das Engagement durch das Rote Kreuz. Entwickelt worden sei die Kampagne von Jung von Matt, Maderthaners Agentur sei für die digitale Kommunikation zuständig, sagte ein Sprecher. Maderthaner selbst sei bei dem Projekt nicht aktiv. An der "Stopp Corona"-App, der Medienplanung oder am Inserate-Budget sei die Agentur nicht beteiligt.

Nicht persönlich in Rot-Kreuz-Kampagne involviert: Philipp Maderthaner (Archivbild)Die Presse/Clemens Fabry

"Das Campaigning Bureau arbeitet seit 2014 durchgehend für das Rote Kreuz - zu einem guten Anteil übrigens pro bono. Daran hat sich bis heute nichts geändert", so der Sprecher.

Jung von Matt ist eine große internationale Werbeagentur; Benny Vogel, der Leiter der ebenfalls involvierten Troin Agency, arbeitete einst selbst für Jung von Matt.

(APA/Red.)