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Was können wir durch Träume lernen?
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Schlaf und Traum

Diese Krise macht uns zu Träumern

Seit dem Lockdown sind die Träume vieler bizarrer geworden - und manche haben das Gefühl, mehr zu träumen. Was geschieht im Schlaf? Und was können wir durch Träume lernen?

Es sind Expartner, mit denen man plötzlich wieder an einer Festtagstafel sitzt, als wäre nie etwas gewesen; es sind Käfer, die aus allen Ritzen kriechen. Es sind Hände, die wieder und wieder nicht sauber werden, egal, wie gründlich man sie wäscht. Sie alle bevölkern global gerade viele Träume, glaubt man den Einträgen in Internetforen – oder der Freundin am anderen Ende der Videotelefonleitung. Während das alltägliche Leben heruntergefahren wurde, fuhren die nächtlichen Träume hoch.

Es ist daher kaum überraschend, dass Brigitte Holzinger gerade viele Interviews geben muss. Die Psychologin und Psychotherapeutin ist Schlaf- und Traumforscherin und leitet das private Wiener „Institut für Bewusstseins- und Traumforschung“. Menschen, sagt sie, würden sich in der Krise plötzlich wieder fürs Träumen interessieren. Holzinger sagt, dass Leute gerade nicht nur den Eindruck hätten, mehr zu träumen, sondern auch, dass die Träume vieler eins seien: bizarrer.

Mehr Schlaf in der Krise. Der Zusammenhang zwischen Krise und Traum ist ein vielschichtiger. Grundsätzlich träumt der Mensch vor allem – aber nicht nur – in den sogenannten REM-, den „Rapid Eye Movement“-Phasen des Schlafs. Diese spielen sich am Ende jedes Schlafzyklus ab, also etwa alle 90 Minuten. Dass in Zeiten des Corona-Lockdowns nun etwas mehr Zeit bleibt, um zu schlafen – wer beispielsweise nun von zu Hause aus arbeitet, muss keinen Arbeitsweg mehr einplanen –, könnte ein Grund dafür sein, warum so viele Menschen gerade von intensiverem Traumerleben berichten: Selbst, wenn man nur wenige Minuten länger schläft, verlängert das potenziell die Traumphase.