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Coronakrise

Es wird Ferienbetreuung geben - oder doch nicht

CORONAVIRUS: PK 'AKTUELLES ZU STANDORT UND BESCHAeFTIGUNG UND DER CORONAKURZARBEIT': ASCHBACHER
Familienministerin Christine Aschbacher (ÖVP)APA/GEORG HOCHMUTH
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Familienministerin Christine Aschbacher sicherte zunächst Angebote zu. Wenig später kam der Zusatz: Nur, wenn die Fallzahlen stimmen.

Feriencamps - ja oder nein? Wie Familien und arbeitende Eltern im Sommer zurechtkommen werden, und wer auf deren Kinder in den Ferien Acht gibt, bleibt weiterhin eine offene Frage. Familienministerin Christine Aschbacher (ÖVP) hat im Familien- und Jugendausschuss am Dienstagnachmittag erklärt, es werde im Sommer jedenfalls Kinderbetreuungsangebote geben. Es gelte aber, noch die Entwicklung der Corona-Fallzahlen zu beobachten, bevor im Einvernehmen mit dem Gesundheitsministerium konkrete Schritte gesetzt würden, bat sie laut Aussendung der Parlamentskorrespondenz um Geduld.

Ab 29. Mai würden private Beherbergungsbetriebe wieder öffnen, verwies sie gegenüber den Abgeordneten auf die am Vortag verkündeten Pläne im Tourismusbereich. Dies sei insbesondere für die Abhaltung von Sommercamps wichtig, so die Ministerin.

Der Vorsitzende des Familienausschusses, Norbert Sieber (ÖVP), hat am Abend die Aussendung der Parlamentskorrespondenz etwas präzisiert. "Eine mögliche Kinderbetreuung im Sommer ist primär abhängig von der Entwicklung der Fallzahlen", betont er. Seitens der Ministerin sei zugesichert worden, sich für eine Lösung einzusetzen. Als konkrete Zusage sei dies aber nicht zu werten.

Ziel sei es, klare Regeln für eine Kinderbetreuung im Sommer zu definieren, so Sieber. "Dies erfolgt derzeit in Abstimmung mit dem Gesundheitsminister. Somit ist es verfrüht, konkrete Aussagen über eine mögliche Kinderbetreuung im Sommer zu treffen."

180.000 Kinder brauchen Betreuung

Die Arbeiterkammer (AK) schätzt, dass sich für mindestens 180.000 Kinder im Pflichtschulalter ein zusätzlicher Betreuungsbedarf im Sommer ergeben wird. Das würden Berechnungen auf Basis einer Umfrage des IFES-Instituts zeigen, hieß es in einer Aussendung. "Die Bundesregierung muss ein Hilfspaket für die Eltern schnüren", forderte AK-Wien-Bildungsexpertin Melitta Aschauer.

Es brauche nicht nur rasch Klarheit über die Corona-Regeln, unter denen Betreuungsformen angeboten werden können, sondern auch die Zusage, dass solche flächendeckend und beitragsfrei zur Verfügung gestellt werden können. Jungen Erwachsenen, die in einer Sozialberuf-Ausbildung sind, sollte angeboten werden, in der Ferienbetreuung mitzuarbeiten. Das könnte auch als Pflichtpraktikum gewertet werden, schlug die AK vor.

(APA)