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Corona

Baltische Staaten wollen bei zweiter Virenwelle liberaler handeln

Die litauische Künstlerin Severija Bruzaite in einer Pestdoktoren-Kluft bei der "Mask Fashion Week" in Litauens Hauptstadt Vilnius Anfang Mai.APA/AFP/PETRAS MALUKAS
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Estland und Litauen wollen keinen Lockdown mehr verhängen, sondern lokale Epizentren eindämmen und nur Erkrankte isolieren. Es solle nicht mehr ein ganzes Land zum Erliegen kommen, sondern das Virus.

Die baltischen Länder Litauen und Estland wollen bei einer möglichen zweiten Welle des Coronavirus keinen landesweiten Lockdown mehr verhängen und auch die Wirtschaft nicht komplett herunterfahren. In einem solchen Fall würden „gezielte Maßnahmen an lokalen Epizentren" ergriffen, sagten die Regierungschefs Saulius Skvernelis und Jüri Ratas am Donnerstag in Interviews.

"Viele Länder würden sich ein wenig anders verhalten, da wir in ganz Europa und auf der ganzen Welt schmerzhafte Lektionen bei der Bewältigung der Pandemie hatten", sagte Skvernelis im litauischen Radio. Sollte es zu einem erneuten Ausbruch kommen, werde sich die Regierung auf die Brennpunkte konzentrieren. Dafür gebe es bereits einen Plan. Ähnlich äußerte sich Ratas: "Das allgemeine Prinzip muss sein, dass nicht Estland zum Erliegen kommt, sondern das Virus."

Aus der dritten baltischen Republik, Lettland, gab es dazu keine Stellungnahme. In Litauen (2,8 Millionen Einwohner) und Estland (1,3 Mio.) hatte man früh mit strikten Maßnahmen auf die Ausbreitung des Coronavirus reagiert. Mitte März wurde der Ausnahmezustand verhängt. Seither hat sich die Lage deutlich verbessert - die Infektionszahlen sind im internationalen Vergleich eher gering. Inzwischen wurden die Maßnahmen wieder gelockert.

(APA/DPA)