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Ein kostenloser Test für jeden Bayer

Der Freistaat Bayern will die Kosten für Covid-19-Tests übernehmen. Söders „Testoffensive“ ist aber umstritten.

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder zählt ausweislich aller Umfragen zu den Gewinnern der Coronakrise. Der CSU-Chef gefällt den Deutschen, nicht nur den Bayern, in der Rolle des zupackenden Krisenmanagers. Weshalb er ständig als möglicher Erbe Angela Merkels gehandelt wird. Und jetzt ist es wieder passiert. Söder ist erneut mit einer Maßnahmevorgeprescht.

 

Im wohlhabenden Bayern sollen sich zeitnah alle beim Hausarzt kostenlos auf das Virus, also auf eine akute Erkrankung, testen lassen können, die das wollen. Also auch jene ohne Symptome. Wo die Krankenkasse nicht zahlt, springt der Freistaat ein.

Bayerns „Testoffensive“ missfällt aber CDU-Gesundheitsminister Jens Spahn: „Einfach nur viel testen klingt gut, ist aber ohne systematisches Vorgehen nicht zielführend.“ Denn „es wiegt die Menschenin falscher Sicherheit, erhöht das Risiko falsch-positiver Ergebnisse und belastet die vorhandenen Testkapazitäten“. Spahn hält präventive Tests nur dort für sinnvoll, wo es einen lokalen Ausbruch gibt, wie im Umfeld der Tönnies-Fleischfabriken in Nordrhein-Westfalen, und in sensiblen Bereichen wie der Gesundheitsbranche. „Testen, testen, testen – aber gezielt“, lautet seine Losung.

Söder verteidigt seine Offensive: „Das ist die einzige ernsthafte Option, es wird sonst zu wenig getestet.“ Und sein Bayern-Plan habe durchaus „System“. Er beinhalte Serientestsfür das medizinische Personal sowie in der Altenpflege. Auch Lehrern werden Tests nach den Ferien aktiv angeboten. Mit im Paket: Für Menschen, die Symptome zeigen, soll es eine 24-Stunden-Garantie geben, bis ein Testergebnis vorliegt.


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