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Porträt

Clemens Tönnies: Ein Fleischbaron zerlegt Lebenswerke

Clemens Tönnies
Clemens TönniesREUTERS
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Clemens Tönnies ist angezählt: als Patriarch eines Wurst-Imperiums und des Fußballklubs Schalke 04. Über Aufstieg und Fall eines Fleischhauers aus Rheda-Wiedenbrück.

Fußball ist an diesem Samstag Nebensache. Während Schalke auswärts kickt, bilden 1200 Anhänger der Königsblauen zu Hause in dem Gelsenkirchener Stadtteil eine Menschenkette um das Vereinsgelände. Die Parole lautet: „Schalke ist kein Schlachthof – gegen die Zerlegung unseres Vereins.“ Die Protestierenden sagen in die Kameras unschöne Dinge über ihren Aufsichtsratschef Clemens Tönnies, imBrotberuf Deutschlands bekanntester Fleischfabrikant. Der 64-Jährige sei „arrogant und abgehoben“. Sie zeichnen das Bild eines gnadenlosen Patriarchen: „Sobald einer Kritik übt, wird er abserviert.“ Sie stöhnen über den „Imageschaden“ für den Kumpel- und Malocher-Klub, weil in Tönnies' Fleischimperium ostdeutsche Arbeiter über Subunternehmen unter miserablen Bedingungen schuften. Was aber schon lang jeder wusste, der es wissen wollte.