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Kontaktpersonen isoliert

Vier Coronafälle in Erstaufnahmezentrum Traiskirchen: 173 Neuinfektionen in Österreich

Wien-Landstraße
Wien-LandstraßeDie Presse/Clemens Fabry
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Keine zusätzlichen Maßnahmen gibt es nach vier CoronaFällen im Erstaufnamezentrum Traiskirchen. Die Zahl der positiv Getesteten ist am Mittwoch österreichweit auf 173 gestiegen, wobei Wien mit 81 fast die Hälfte der Fälle verzeichnete.

Nach Bekanntwerden von vier neuen Coronavirus-Fällen sind im Erstaufnahmezentrum Traiskirchen (EAST Ost) im Bezirk Baden nach Angaben des Landes Niederösterreich vorerst keine weiteren Maßnahmen nötig. Die Lage sei unter Kontrolle, alle Erkrankten sowie die Kontaktpersonen gut eingegrenzt und isoliert. Registriert wurden die vier Infektionen im Rahmen eines Screenings.

Nach Angaben aus dem Büro von Gesundheitslandesrätin Ulrike Königsberger-Ludwig (SPÖ) vom Mittwoch wurden zudem 24 Personen unter Quarantäne gestellt. Bereits in den vergangenen Monaten waren im Traiskirchner Erstaufnahmezentrum immer wieder Covid-19-Fälle aufgetaucht. Vorübergehend war bereits zweimal ein Betretungsverbot erlassen worden.

Ein weiterer niederösterreichischer Corona-Häufungsfall befindet sich in Emmersdorf a. d. Donau (Bezirk Melk). Dort erkrankten acht Personen infolge einer Tauffeier. Bis einschließlich Montag geschlossen bleibt das örtliche Gemeindeamt - "wegen Kontakt der Bediensteten zu einer an Covid-19 erkrankten Person", wie es auf der Homepage der Marktgemeinde heißt.

Gestiegen ist am Mittwoch die Anzahl der am Coronavirus erkrankten Niederösterreicher, die zum Cluster in St. Wolfgang (Bezirk Gmunden) zählen. Verzeichnet wurden nach 16 am Vortag nunmehr 17 Patienten, teilte das Büro Königsberger-Ludwig mit.

173 neue positiv Geteste

Die Zahl der Neuinfektionen ist am Mittwoch österreichweit auf 173 gestiegen, wobei Wien mit 81 fast die Hälfte der Fälle verzeichnete. Bisher gab es 20.850 positive Testergebnisse. Mit aktuellem Stand (9.30 Uhr) sind 716 Personen an den Folgen des Coronavirus verstorben und 18.528 genesen. 94 Personen befinden sich in Spitalsbehandlung, davon 20 auf Intensivstationen.

Die Neuinfektionen teilen sich auf die Bundesländer wie folgt auf: Burgenland: 3, Kärnten: 0, Niederösterreich: 11, Oberösterreich: 31, Salzburg: 2, Steiermark: 13, Tirol: 27, Vorarlberg: 5 und Wien: 81.

In Tirol sind mit Stand Mittwochvormittag 68 Personen mit dem Coronavirus infiziert gewesen- um 27 mehr als Dienstagabend. 18 der 27 positiven Testergebnisse waren dem Bezirk Kufstein zuzuordnen, teilte das Land mit. Dort gab es mit insgesamt 33 Infizierten die meisten aktiv Erkrankten in Tirol. Insgesamt 1.769 Testungen wurden in den vergangenen 24 Stunden durchgeführt.

81 Fälle: Keine auffälligen Cluster in Wien

In Wien sind bis Mittwoch, 8.00 Uhr, bisher 4.984 bestätigte Coronavirus-Fälle eingemeldet worden. Das bedeutet eine Zunahme von 81 Infektionen im Vergleich zum Vortag. Trotz der vergleichsweise recht hohen Tageszunahme gibt es aber in der Bundeshauptstadt weiterhin keinerlei auffällige Cluster-Bildungen, sagte ein Sprecher des medizinischen Krisenstabs.

Die meisten Ansteckungen passierten nach wie vor innerhalb von Familien bzw. in Betrieben. Reiserückkehrer machten einen eher geringen Anteil aus. Unter den dabei positiv Getesteten seien aber doch recht viele Einreisende aus Serbien zu verzeichnen, sagte der Sprecher.

Insgesamt gab es bei den positiven Fällen zuletzt einen leichten Anstieg. So lagen die durchschnittlich entdeckten Covid-19-Fälle in der vergangenen Kalenderwoche bei 43,7 pro Tag, in dieser liegen sie bisher bei täglich 48. Allerdings betonte der Krisenstab in einer Aussendung, dass im gesamten Juli bei 96,7 Prozent der neuen positiven Befunde die Infektionsquelle nachvollzogen werden konnte.

In der Aussendung des Krisenstabs wurde zudem darauf hingewiesen, dass rund zwei Drittel (65,8 Prozent) aller bisher im Monat Juli entdeckten Infektionen auf die Wiener Teststrategie zurückzuführen seien. Dabei werden auch alle engen Kontaktpersonen von Infizierten automatisch getestet - auch wenn sie keinerlei Symptome aufweisen. "So konnte in den letzten drei Monaten 1.553 positive Fälle gefunden werden, die sonst unentdeckt geblieben wären. Die Kontaktpersonen befanden sich zum Zeitpunkt der Testung alle bereits in Quarantäne", hieß es.

 

27 neue Infektionen in Tirol

Mindestens fünf positive Fälle im Bezirk Kufstein stünden in Zusammenhang mit einer am Wochenende bekannt gewordenen Person, die eine Zirkusveranstaltung besuchte und im Nachhinein positiv auf das Coronavirus getestet wurde. Auch Fälle in der Landeshauptstadt Innsbruck und im Bezirk Innsbruck Land können jeweils einem bestimmten Erkrankungsfall zugeordnet werden. Es handle sich dabei um Kontaktpersonen, die bereits im Vorfeld im Zuge der Kontaktpersonennachverfolgung abgesondert waren. Die routinemäßigen behördlichen Abklärungen würden jedenfalls laufen. Dazu gehöre vor allem das Contact Tracing bei nicht bereits bekannten Fällen.

Zudem wurde laut Land ein Corona-Fall in einem Altersheim im Bezirk Schwaz sowie einer im Bezirk Kitzbühel gemeldet. Auf diese stieß man bei vorsorglichen Screenings im Zuge eines Krankenhausaufenthaltes bzw. der derzeit durchgeführten Querschnittstestungen in den Tiroler Wohn- und Pflegeheimen. Jeder einzelne Fall werde genauestens untersucht, betonte Elmar Rizzoli vom Corona-Einsatzstab.

Am Dienstag war die Zahl der Infizierten in Tirol noch von 50 auf 41 gesunken. Nach dem Bezirk Kufstein weist die Landeshauptstadt Innsbruck mit gehörigen Abstand die meisten Corona-Erkrankten auf. Neun Personen waren dort vorerst infiziert, gefolgt vom Bezirk Kitzbühel mit acht.

Weiter positiv stellte sich die Situation in den Tiroler Spitälern dar: Nur noch zwei Corona-Patienten wurden dort auf Normalstationen behandelt. Der letzte Corona-Todesfall in Tirol datiert vom 22. Mai.

(APA)